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Annelana Baerbock stellt sich vor der Bundestagswahl den Fragen zweier Kinder.
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Annelana Baerbock stellt sich vor der Bundestagswahl den Fragen zweier Kinder.

Bundestagswahl 2021

„Hast Du gelogen?“ Annelana Baerbock bleibt bei kritischen Fragen souverän

Die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock stellt sich kurz vor der Bundestagswahl 2021 souverän den Fragen der Kinder bei „Late Night Berlin“.

Kassel - Klappe die dritte: Nach Armin Laschet und Olaf Scholz hat sich nun auch Annalena Baerbock in die Höhle der Kinder gewagt. Die Kanzlerkandidatin vom Bündnis90/Die Grünen stellte sich vor der Bundestagswahl 2021 den Kinderreporter:innen Pauline und Romeo.

Im ProSieben-Abendformat „Late Night Berlin“ ließ sich die 40-Jährige als letzte der drei Kanzlerkandidat:innen von den Kindern interviewen. Verglichen mit ihren männlichen Mitstreitern machte die Kandidatin alles in allem eine souveränere Figur im Kreuzverhör der Kinder.

Bundestagswahl 2021: Baerbock versucht Kinder in ihren Antworten anzusprechen

Direkt bei der ersten Frage „Warum willst du Kanzler werden?“, kann Baerbock überzeugen. Anders als ihre Vorgänger schafft sie es, die Kinder in ihren Antworten direkt anzusprechen. Ob die nicht gegenderte Fragestellung ein absichtlich eingebauter Reibepunkt war, kann nur das Team um Klaas Heufer-Umlauf beantworten. Darauf eingegangen ist die Kandidatin nicht.

Direkt in den Anfangsminuten schafft es die Kanzleramtskandidatin der Grünen, ihre Punkte zu setzen. Und das auch noch kindgerecht. Auf die Frage antwortet Baerbock, dass sie als Kanzlerin vor allem drei Dinge umsetzen wollen würden. Damit, „wenn ihr groß seid, ihr auch noch so gut leben könnt, wie wir heute“, sagte die Bundestagskandidatin als Begründung für einen stärkeren Klimaschutz. Außerdem würde sie Schulen zu den schönsten Orten in Deutschland machen und der Kinderarmut den Kampf ansagen.

Baerbock und die Kinder: Sie bekommt ein Geschenk, das sie nicht annehmen wil

Was würde Annalena Baerbock sich für 75 Euro kaufen? Diese Frage bleibt wohl unbeantwortet. Nachdem der Kinderreporter Romeo ihr sein Taschengeld in Höhe von 75 Euro schenken möchte, geht es schnell um wichtigere Fragen. Pauline fragt Baerbock ganz offen: „Bist du reich?“. Darauf antwortet die Kandidatin ohne Umschweife oder Ausflüchte:

Ja, jedenfalls bin ich reicher, als viele viele viele viele andere Menschen in diesem Land.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin bei der Bundestagswahl 2021 für Bündnis 90/Die Grünen

Die 75 Euro aus Romeos Taschengeldkonto spielen natürlich auf die von Baerbock propagierte Entlastung beim CO2-Preis an. Romeo fragt genauer nach: „75 Euro willst du ja allen schenken.“ Die Kandidatin der Grünen holt etwas weiter aus und erklärt die 75 Euro als Ausgleichszahlung für die stufenweise Erhöhung des Benzinpreises. Sie ließ es sich an dieser Stelle nicht nehmen, die Mitverantwortung von SPD und CDU beim Benzinpreis zu erwähnen.

Kinder lassen nicht locker: Baerbock zeigt sich weiter souverän

Doch so einfach lässt sich Romeo nicht um den Finger wickeln. Der Kinderreporter bohrt weiter nach: „Brauchen das Geld reiche Menschen wie du?“. „Nein die reichen Menschen brauchen das nicht“, antwortet die Grünen-Kandidatin, die bei der Bundestagswahl 2021 antritt. Sie versucht die Ausgleichzahlung für alle mit einer schnelleren Umsetzbarkeit zu rechtfertigen.

Mit der Anschlussfrage: „Ist es eine gute Idee, Millionären noch mehr Geld geben?“, hackt der Kinderreporter weiter nach. Auch wenn die 75 Euro ebenso an Millionäre gehen sollen, möchte Baerbock diese mit einer Vermögenssteuer zur Kasse bitten. „Dafür zahlen sie dann Geld, dass die Schulen schöner gemacht werden können“, sagt die Kandidatin zu dem 10-Jährigen. Danach gibt Baerbock die 75 Euro an den Schüler zurück, denn „als Politikerin kann sie kein Geld behalten“.

Bundestagswahl 2021: Autofahren nur für Reiche? Pauline fragt nach

Die Kinderreporterin Pauline konfrontiert die Bundestagsabgeordnete mit dem aktuellen Benzinpreis. „Möchtest du, dass arme Menschen nicht mehr Autofahren, weil es zu teuer ist?“, fühlt Pauline ihr auf den Zahn. Die Kandidatin versucht sich damit zu retten, dass „wir ab 2030 nur noch neue Autos haben, die sauber sind“. Den Kinderreportern reichte das nicht. Sie fänden es ungerecht, dass Reiche mehr Autofahren können, wenn das Benzin teurer wird.

„Das jetzige System ist total ungerecht“, antwortet Baerbock auf die Konfrontation. „Das ist das, was ich komplett umdrehen möchte, dass die, die wenig Geld haben, am meisten unterstützt werden, wenn sie sich ein sauberes Auto kaufen“, führt die Grünen Politikerin weiter aus.

Baerbock im Kinder-interview: Weniger patzig als ihr Widersacher von der Union

Anders als ihr Kontrahent Laschet, der auf direktere Fragen häufig sehr patzig reagierte, antwortet Baerbock auf die Frage von Pauline, „Bist du schuld daran das die Grünen gerade verlieren“, sehr souverän. „Wir Grünen müssen uns alle noch etwas anstrengen“, lautet die selbstkritische Antwort der Abgeordneten des deutschen Bundestages.

Ohne Vorwarnung und in gekannt unverblümter Art fragt Romeo: „Stimmt es das du deinen Lebenslauf cooler gemacht hast?“ Auch wenn die Spitzenkandidatin der Grünen dies verneint, räumt sie in weiterhin selbstkritischer Art einige Verfehlungen in ihrem Lebenslauf, unter anderem bei der Nennung ihrer Mitgliedschaften, ein.

Baerbock im Kinder-interview vor der Bundestagswahl 2021: „Hinterher ist man immer klüger“

„Meine Lehrerin sagt, ich darf nicht abschreiben - warum darfst du es dann?“, konfrontiert die 10-jährige Pauline die Kandidatin der Grünen. „Ich darf das auch nicht“, antwortet Baerbock wie aus der Pistole geschossen. Dass sie in ihrem Buch Zitate falsch beziehungsweise gar nicht gekennzeichnet hat, räumt sie dann allerdings doch ein. Sie kündigt aber auch an, diese aktuell zu verbessern. Die Zeit des Wahlkampfes war nicht die beste Wahl für das Schreiben eines Buches, gesteht sich die Kanzleramtskandidatin selbst ein: „Hinterher ist man immer klüger.“

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Am Ende des Interviews resümiert Baerbock sehr glaubhaft, dass ihr das Interview Spaß gemacht habe. Im direkten Vergleich mit Armin Laschet und Olaf Scholz konnte Annalena Baerbock sich im Kinder-Interview wohl am besten behaupten. Ihre Antworten wirkten nicht nur authentisch, sie kam auch bei keiner Frage in Erklärungsnot. Im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten von der Union CDU kam sie ganz ohne schnippische Gegenfragen in Richtung der Kinderreporter:innen aus. Sie schaffte es außerdem als Einzige, zumindest einige ihrer Antworten auf die Lebensrealität der Kinder zu beziehen. (Lucas Maier)

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