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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas im Gespräch.

Migration

Bundestag begrüßt UN-Migrationspakt

Der "Globale Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration" ist heftig umstritten. Vor allem die AfD macht dagegen Front. Dennoch hat sich der Bundestag für den Migrationspakt ausgesprochen.

Der Bundestag hat sich für den umstrittenen Migrationspakt der Vereinten Nationen ausgesprochen und zugleich die Wahrung der nationalen Souveränität bekräftigt. Der Pakt entfalte „keinerlei rechtsändernde oder rechtssetzende Wirkung“, heißt es in einer Entschließung, die am Donnerstag nach kontroverser Debatte angenommen wurde. Für den Antrag der großen Koalition votierten in namentlicher Abstimmung 372 Abgeordnete, 153 mit Nein, 141 enthielten sich. Außenminister Heiko Maas und Redner von Union, SPD, Grünen, Linken und FDP verteidigten den Pakt gegen Kritik der AfD.

Maas (SPD) sagte, Leitprinzip des Paktes seien gemeinsame Ziele, die insbesondere einer Reduzierung der irregulären Migration und ihrer negativen Auswirkungen dienten. „Deshalb profitieren auch wir in Deutschland davon, dass er verabschiedet wird. Dieser Pakt ist auch im deutschen Interesse.“

Nationale Hoheitsrechte würden „weder eingeschränkt noch irgendwohin übertragen“. Der Pakt sei die Antwort der Staatengemeinschaft auf eine Herausforderung, für die es keine rein nationalen Lösungen gebe, und setze ein ermutigendes Zeichen für funktionierendes multilaterales Handeln. Maas kritisierte, in der öffentlichen Diskussion würden Tatsachen gezielt verdreht.

e Einladung“ nach Deutschland 

Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio griff die Regierung scharf an. Der Pakt sei „nichts anderes als eine verantwortungslose Einladung zur weltweiten Völkerwanderung nach Deutschland ohne Obergrenze“.

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae sagte, der Pakt formuliere Standards, wie sie Deutschland auch habe. „Wenn andere sich auch dazu bekennen, senkt das den Migrationsdruck auf Deutschland.“ Er hielt der Regierung unzureichende öffentliche Informationen vor. Petra Pau (Linke) sagte, kein Staat verliere seine Hoheit, keine Grenze werde abgeschafft. Wer anderes behaupte, verwirre die Öffentlichkeit. Agnieszka Brugger (Grüne) hob den Schutz von Menschenrechten hervor. Es sei „traurig, dass man betonen muss, dass Menschenrechte für alle Menschen gelten“. Andrea Lindholz (CSU), sagte, Migration bleibe ein globales Phänomen, das man nur global und nicht national lösen könne. 

Migrationspakt schränkt Souveränität nicht ein

In der angenommenen Entschließung begrüßt der Bundestag, dass die Staatengemeinschaft den Pakt erarbeitet habe, der dazu beitragen solle, Migration stärker zu ordnen, zu steuern und zu begrenzen. „Die nationale Souveränität Deutschlands steht nicht zur Disposition“, heißt es darin weiter. Dazu gehöre, dass deutsche Gesetze etwa im Ausländer- und Sozialrecht sowie behördliche und gerichtliche Entscheidungen uneingeschränkt gälten und durchgesetzt würden.

Der UN-Migrationspakt soll bei einem Treffen am 10. und 11. Dezember in Marokko angenommen werden. Das rechtlich nicht verbindliche Abkommen soll helfen, Flucht und Migration besser zu organisieren. Unter anderem die USA, Ungarn, Österreich, Tschechien, die Schweiz und die Slowakei wollen nicht mitmachen. (dpa) 

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