13.11.2020, Berlin: Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kommt in einem Wagen mit Nase-Mund-Bedeckung zur Vorstellung des Zwischenberichts zur Konzertierten Aktion Pflege an der Bundespressekonferenz an.
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Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verzichtet einem Medienbericht zufolge auf ihren Doktortitel.

Plagiatsvorwürfe

Bundesfamilienministerin Giffey verzichtet auf Doktortitel

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Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verzichtet auf ihren Doktortitel. Das hat inzwischen auch die stellvertretende Vorsitzende des Berliner Landesverbands der SPD bestätigt.

Berlin – Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zieht Konsequenzen aus dem Streit um mögliche Plagiatsfälle in ihrer Dissertation: Sie verzichtet auf ihren Doktortitel. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“. Sie habe das dem Präsidenten der Freien Universität Berlin, Dr. Günter Ziegler, am Freitag (13.11.2020) in einem Schreiben mitgeteilt.

Giffey verzichtet auf Doktortitel: Landesverband bestätigt Medienbericht

Giffey schreibt der „Morgenpost“ zufolge in ihrem Brief: „Um weiteren Schaden von meiner Familie, meiner politischen Arbeit und meiner Partei abzuwenden, erkläre ich, den mir am 16. Februar 2010 von der Freien Universität Berlin mit der Gesamtnote „magna cum laude“ verliehenen Titel Dr. rer. pol. ab sofort und auch zukünftig nicht mehr zu führen.“

Mittlerweile bestätigte auch die stellvertretende Vorsitzende des Berliner Landesverbands der SPD, Iris Spranger, auf Anfrage der dpa, dass Franziska Giffey auf das Führen ihres Doktortitels verzichtet. „Ich habe große Hochachtung vor Franziska Giffey, weil sie Schaden von ihrer Familie und ihrer Partei abwenden möchte“, sagte Spranger.

Franziska Giffey: Freie Universität Berlin will Plagiatsverfahren neu aufrollen

Die Freie Universität Berlin hatte angekündigt, das Plagiatsverfahren um Franziska Giffeys Doktorarbeit neu aufrollen zu wollen. Bereits am vergangenen Freitag (6.11.2020) hatte das Präsidium der Freien Universität Berlin mitgeteilt, die Rüge im Zusammenhang mit dem Prüfverfahren zu Giffeys Doktorarbeit nach einem neuen Gutachten aufzuheben. Daraus ergebe sich, dass eine Rüge nur in einem minderschweren Fall zulässig sei. Das aber sei im Schlussbericht des Prüfungsgremiums 2019 zu Plagiatsvorwürfen in Giffeys Dissertation aus dem Jahr 2010 nicht dargelegt worden. Deshalb müsse noch einmal geprüft werden. (kke/slo mit dpa)

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