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Bürgerkrieg in Syrien

Raketenangriff in Syrien: Krankenhaus gerät ins Visier des Assad-Regimes

  • vonJoel Schmidt
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Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus im Nordwesten von Syrien kommen mindestens fünf Menschen ums Leben. Hilfsorganisationen sehen eine Strategie hinter dem Angriff.

  • Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich Syrien im Bürgerkrieg.
  • Angriffe auf zivile Einrichtungen sind Menschenrechtsorganisationen zufolge keine Seltenheit.
  • Nach Schätzungen der UN sind im Bürgerkrieg bereits eine halbe Million Menschen getötet worden.

Damaskus – Bei einem Raketenangriff auf ein Krankenhaus im Nordwesten Syriens sind mindestens fünf Zivilist:innen getötet und über ein Dutzend weitere teils schwer verletzt worden. Zuvor hatten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag (21.03.2021) mehr als sechs von Regierungstruppen abgefeuerte Raketen die Einrichtung in der Stadt Atarib nahe Allepo getroffen.

Bei den Angriffen soll das Krankenhaus so schwer beschädigt worden sein, dass es nicht mehr benutzbar sei. Kritiker:innen werfen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und dem Verbündeten Russland nicht zum ersten Mal vor, im syrischen Bürgerkrieg vorsätzlich zivile Einrichtungen anzugreifen.

Bürgerkrieg in Syrien: Angriff auf Krankenhaus in Aleppo als Kollateralschaden

Das Krankenhaus im noch immer größtenteils von den Rebellen kontrollierten Nordwesten des Landes wurde von der „Syrian American Medical Society“ (SAMS) betrieben, einer Partnerorganisation der Hilfsorganisation „International Rescue Comittee“ (IRC). Vor dem Hintergrund, dass die Koordinaten des Krankenhauses zuvor extra über ein Benachrichtigungssystem der Vereinten Nationen (UN) veröffentlicht worden waren, geht das „IRC“ nicht davon aus, dass es sich bei dem Angriff auch um einen Kollateralschaden gehandelt haben könnte.

Staat: SyrienHauptstadt: Damaskus
Präsident: Baschar al-AssadBevölkerung: 16,91 Millionen (Stand 2018)
Offizielle Sprache: ArabischStaatsform: Semipräsidentielle Republik mit Einparteiensystem

Bürgerkrieg in Syrien: Angriffe auf zivile Einrichtungen kein Einzelfall

Luftangriffe wie diesen hatten es im mittlerweile seit mehr als zehn Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg bereits in der Vergangenheit immer wieder gegeben, neben Krankenhäusern waren immer wieder auch Schulen betroffen. Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ bezeichnet diese Angriffe seitens des Assad-Regimes und seines Verbündeten Russland entsprechend als eine Methode und wertet sie als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Nach dem Angriff auf ein Krankenhaus in Atrabit heben Männer ein Grab für eines der Opfer aus.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im März 2011 hat die US-amerikanische Organisation „Physicians for Human Rights“ insgesamt 598 Angriffe auf mindestens 350 unterschiedliche Gesundheitseinrichtungen in dem Land dokumentiert. Dabei seien mindestens 930 Angehörige aus dem medizinischen Bereich getötet worden. Die große Mehrheit der Angriffe seien dabei von dem syrischen Regime und dessen Verbündeten ausgegangen, berichtet der Sender „Al Jazeera“.

Kontinuität im syrischen Bügerkrieg: Menschenrechtsverletzungen des Assad-Regimes

Auch für den „Weißhelme“ genannten Syrischen Zivilschutz stellt der jüngsten Angriff auf das Krankenhaus der Stadt Atarib eine Kontinuität im Bürgerkrieg dar. „Die Attacke stellt eine Fortsetzung der systematischen Angriffe des Regimes und Russlands auf medizinische Einrichtungen und Krankenhäuser dar“, zitiert „Al Jazeera“ aus einem Statement der Organisation, die seit 2013 ausschließlich in nicht von der Regierung kontrollierten Teilen des Landes aktiv ist.

Nach aktuellen Schätzungen des Kinderhilfswerks der UN wurden im syrischen Bürgerkrieg mittlerweile eine halbe Million Menschen getötet. 5,6 Millionen sollen in den vergangenen zehn Jahren das Land verlassen haben, weitere 6,6 Millionen innerhalb von Syrien im Zuge des Krieges vertrieben worden sein. Nach Angaben von „Pro Asyl“ wurden zudem 200.000 Menschen vom Assad-Regime inhaftiert. Der UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Situation in dem Land erst kürzlich als einen „lebendigen Albtraum“. (Joel Schmidt mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Anas Alkharboutli/dpa

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