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Bürgerkrieg in Afghanistan

Afghanistan: Immer mehr Menschen flüchten - Maas will trotzdem weiter abschieben

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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In Afghanistan wird die Lage für die Menschen immer dramatischer. Entsprechend steigt die Zahl der Flüchtenden.

Kabul - Die radikal-islamistischen Taliban besetzen weitere Teile von Afghanistan und weiten ihre Kontrolle über die Gebiete immer stärker aus. Auch leisteten die afghanischen Sicherheitskräfte keinen nennenswerten Widerstand, heißt es von Beobachtern vor Ort. Aufgrund der sich zuspitzenden dramatischen Lage wird Experten zufolge die Zahl der aus Afghanistan vor Gewalt flüchtenden Menschen steigen.

So versuchten etwa Ausgebildete, über Stipendien oder durch Investitionen in Nachbarländer oder in die Türkei zu gelangen, sagt Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network. Viele weitere wollten sich in den Iran durchschlagen - teilweise machten sich wieder ganze Fahrzeugkonvois auf den Weg, zum Teil sogar mit Fahrzeugen von Armee und Polizei.

Flucht aus Kriegsgebiet Afghanistan: Iran und Türkei die Ziele

Entsprechend nehme auch die Migration über den Iran in die Türkei Beobachtern zufolge stark zu. Die türkische Provinz Van, die an den Iran grenzt, sei voll von afghanischen Migrant:innen, sagt der Chef des Menschenrechtsverein IHD in der Provinz, Mehmet Karatas, der dpa. Medienberichte, wonach geschätzt mehr als 1000 Migrant:innen täglich die Grenze passieren, könne er bestätigen.

Heiko Maas bei einem Besuch im vom Bürgerkrieg gebeutelten Afghanistan.

Ruttig sagte zu den Fluchtgründen, dass die afghanischen Geflüchteten Kriegsflüchtlinge seien, auch wenn einige bei Behörden angäben, ein „besseres Leben“ zu wollen. Dass dies in Afghanistan nicht möglich sei, sei eine Folge der seit mehr als 40 Jahre andauerenden kriegerischen Auseinandersetzungen.

Kriegsähnliche Zustände in Afghanistan: Dennoch Abschiebungen aus Deutschland

Seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen Anfang Mai haben die islamistischen Taliban rund ein Viertel der Bezirke des Landes eingenommen und sind in mehrere Provinzhauptstädte eingedrungen. In mehreren Provinzen stehen nun Milizen den strauchelnden Sicherheitskräften zur Seite.

Trotz der bürgerkriegsähnlichen Zustände schieben viele europäische Länder abgelehnte Asylsuchende weiter nach Afghanistan ab, so auch Deutschland. Erst am Mittwoch (07.07.2021) war eine Maschine mit 27 abgeschobenen Männer an Bord in Kabul eingetroffen. Es war die 40. Sammelabschiebung seit dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 1104 Asylsuchende nach Afghanistan zurückgebracht.

Außenminister Maas sieht keinen Anlass für Aussetzung der Abschiebung

Umgekehrt mussten laut UN-Daten zwischen Anfang Mai und Ende Juni fast 84.000 Menschen innerhalb Afghanistans vor den Kämpfen aus ihren Dörfern und Städten fliehen. Täglich kommen Zivilisten in dem Konflikt im Kreuzfeuer bei Gefechten, durch Bomben am Straßenrand oder auch durch gezielte Tötungen ums Leben.

Für Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) jedoch kein Grund, die Abschiebungen auszusetzen. Maas hatte am Montag (05.07.2021) gesagt, er halte die bisherige Abschiebepraxis trotz der Zunahme der Gewalt für vertretbar. Die Bundeswehr hat Afghanistan Ende Juni verlassen. Der Abzug der US-Truppen sei zu mehr als 90 Prozent abgeschlossen, teilte das Pentagon am Dienstag mit. (ktho/Agentur)

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/photothek.de via www.imago-images.de

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