Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Foto der Hochhäuser im Bankenviertel der Frankfurter Innenstadt.
+
Schon kurz nach der Bankenkrise hat die Finanzlobby ihre Macht zurück.

Finanzsystem

Bürgerbewegung Finanzwende: „Die Wirtschaft muss den Menschen dienen“

Eine bessere Alternative zur Riester-Rente und nachhaltige Finanzmärkte: Julian Merzbacher vom Verein „Bürgerbewegung Finanzwende“ über seine Forderungen an eine neue Regierung

Vor rund zweieinhalb Jahren wurde die Bürgerbewegung Finanzwende gegründet. Ausgangspunkt für diesen Schritt war die Erkenntnis, dass die Finanzwelt auch zehn Jahre nach der Bankenkrise noch zu instabil ist. Schon kurz nach der akuten Krise war die Macht der Finanzlobby zurückgekehrt. Notwendige Maßnahmen wurden entweder bis zur Unkenntlichkeit verwässert, wie zum Beispiel die Reform bei den Wirtschaftsprüfern. Oder sie blieben ganz auf der Strecke, wie die geplante Finanztransaktionssteuer. Unsere Analyse war klar: Wenn es so weitergeht, ist die nächste Finanzkrise programmiert.

Zur Person

Julian Merzbacher ist Pressesprecher des von Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen, Jurist:innen und Politiker:innen ins Leben gerufenen Vereins „Bürgerbewegung Finanzwende“.

Die Bürgerbewegung Finanzwende will für ein stabiles, nachhaltiges und verbraucherfreundliches Finanzsystem sorgen. Um darauf hinzuwirken, erstellen wir Studien sowie Analysen und starten öffentlichkeitswirksame Kampagnen.

„Es braucht eine faire Alternative zur privaten Riester-Rente“ sagt Julian Merzbacher.

Weil wir Druck machen, gibt es beispielsweise mehr Ermittler:innen in Nordrhein-Westfalen, die Cum-Ex-Täter verfolgen. Diese hatten über Jahre Milliarden aus der Steuerkasse gestohlen. Nun können diese Straftaten leichter aufgeklärt und hohe Summen für den Staat zurückgeholt werden. So läuft es allerdings nicht immer. Denn mit einem kleinen Team stellen wir uns mehr als 1500 Finanzlobbyist:innen entgegen. Mit unserer Forderung, die Banken stabiler aufzustellen, hatten wir zum Beispiel noch keinen Erfolg. Dennoch blicken wir optimistisch in die Zukunft und bauen auf weitere Unterstützerinnen.

Die Serie

Zur Bundestagswahl am 26. September will die FR denjenigen Gehör verschaffen, die sich auch jenseits der Parteien engagieren: für neue Formen des Wirtschaftens, die den Planeten nicht zerstören. Für wohnliche Städte, gesunde Ernährung, umweltfreundliche Mobilität. Für mehr politische Teilhabe und Gleichberechtigung.

Diese Menschen haben den Mut , auch das zu wählen, was nicht zur Wahl steht. Oft sind es nachdenklich-leise Töne, die von den Mächtigen in Politik und Wirtschaft arrogant ignoriert und von rechtspopulistischen Lautsprechern übertönt werden.Die FR-Serie „Wir können auch anders“ soll ein Verstärker für diese inspirierenden Stimmen sein.

Auch Sie, die Leserinnen und Leser, können sich an unserer Serie beteiligen. Was wäre das erste, das die nächste Bundesregierung tun sollte? Schreiben Sie Ihre Antwort in einem bis drei Sätzen auf und schicken Sie sie an bundestagswahl21@fr.de . Eine Auswahl veröffentlichen wir im Rahmen der Serie.

In der nächsten Folge geht es um die LGBTQ*-Community. Sie erscheint am Freitag, 18. Juni.

Zuletzt erschienen: eine Folge der Serie zum Thema Rassismus am Freitag, 11. Juni.

Alle Teile zum Nachlesen unter fr.de/Bundestagswahl

Eine neue Regierung könnte kurzfristig dafür sorgen, dass den Menschen ein faires Produkt zur privaten Altersvorsorge angeboten wird. Die gängigen Riester-Produkte sind vielfach zu teuer und zu rendite-schwach. Trotz einer Förderung durch die Steuerzahlenden kommt daher zu wenig auf den Konten der Sparer:innen an. Wir finden: Wenn der Staat seine Bürger:innen zur privaten Vorsorge ermuntern will, ist er auch aufgerufen, ihnen ein verständliches und kostengünstiges Angebot zu machen.

Aber auch dies wäre nur ein erster Schritt, denn an den Finanzmärkten liegt vieles im Argen. Nach einer Finanzwende, so wie wir sie verstehen, wären die Finanzmärkte langfristiger und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Das Geld würde dorthin fließen, wo es für wirklichen Fortschritt sorgt. Es ginge nicht mehr darum, Geld mit Geld zu verdienen, sondern um das Ziel, einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen. Teile der Finanzbranche würden keine Kriminalität mehr unterstützen. Und ein Großteil der heutigen Finanzprodukte und Spekulationen würde der Vergangenheit angehören. Kurzum: Die Finanzwirtschaft würde den Menschen dienen – und nicht vor allem sich selbst.

Aufgezeichnet von Stephan Hebel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare