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Großbritannien

Engpässe nach Brexit: Johnson schiebt die Schuld auf den Einzelhandel

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Der britische Premierminister ist der Meinung, die Vermeidung von Lebensmittelknappheit liegt in der Verantwortung der Unternehmen.

London - Dass Großbritannien nach dem Brexit einige Probleme hat, gibt der britische Premier Boris Johnson inzwischen zu. Immerhin. Beim Parteitag der Konservativen Partei sagte Johnson am Sonntag (03.10.2021), er habe „seit Monaten“ gewusst, dass die Transportbranche in Schwierigkeiten steckte. Und Johnson räumte sogar ein, dass die Probleme bis in die Weihnachtszeit andauern könnten.

Wegen des Brexits haben viele Trucker das Land verlassen und sind auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt. Zudem hat die Pandemie zu einem Rückstau bei Fahrprüfungen geführt. Insgesamt fehlen in Großbritannien derzeit schätzungsweise 100.000 Lastwagenfahrer:innen. Johnson zufolge befindet sich Großbritannien nach dem Brexit in einer Transformationsphase, in der sich die Wirtschaft von der Abhängigkeit von günstigen Arbeitskräften aus den EU-Staaten lösen muss. Eine Rückkehr zur „unkontrollierten Einwanderung“ zur Eindämmung der Kraftstoffkrise, die auch dazu führt, dass vielerorts die Lebensmittelregale leer sind, werde es nicht geben. Das machte der Premier in einem Interview der BBC gegenüber deutlich.

Großbritanniens Premier Boris Johnson will trotz anhaltender Kraftstoffkrise die Einwanderungsregeln nicht lockern.

Brexit: Unternehmen sollen Probleme lösen

Boris Johnson wäre allerdings nicht Boris Johnson, wenn er auch nur einen Teil der Schuld und der Konsequenzen aus der Situation auf sich nehmen würde. Der Premier hat den Verantwortlichen des Einzelhandels und der Transportindustrie gegenüber betont, dass die Vermeidung von Lebensmittelknappheit zu Weihnachten in ihrer Verantwortung liege. Es sei schließlich nicht die Aufgabe der Regierung, „Versorgungsprobleme zu beheben“. „Letztendlich sind es die Unternehmen, die die Lösungen für ihre eigenen Lieferkettenprobleme bringen müssen – die Regierung kann nicht eingreifen und jedes Stück der Lieferkette reparieren“, so Johnson gegenüber britischen Medien.

Brexit: Boris Johnson will die Einwanderungsregeln nicht ändern

Trotz der Engpässe lehnt der britische Premier bislang eine Lockerung der seit dem Brexit für EU-Arbeitnehmer verschärften Einwanderungsregeln ab. Abgesehen von zeitlich befristeten Programmen zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte soll auf Zuwanderung möglichst verzichtet werden. Johnson erhofft sich davon einen Schub für Gehälter und Produktivität in Großbritannien.

Wegen der Treibstoffknappheit kommt es zu Versorgungsengpässen in den Supermärkten.

Brexit: Versorgungskrise in Großbritannien - das Miltär hilft aus

Autofahrer:innen in Großbritannien haben unterdessen noch immer große Schwierigkeiten, an Benzin oder Diesel zu kommen. Vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen, an vielen ist auch gar nichts mehr zu bekommen. Besonders in London und im Südosten des Landes ist die Lage angespannt. In Schottland sowie im Norden Englands sei die Krise hingegen inzwischen so gut wie vorüber, berichtete die BBC am Sonntag unter Berufung auf den Tankstellenverband Petrol Retailers Association.

Seit diesem Montag (04.10.2021) ist in Großbritannien das Militär bei der Bewältigung der Kraftstoffkrise im Einsatz. Etwa 200 Armeeangehörige helfen dabei, Benzin und Diesel an Tankstellen zu transportieren. Schwerpunkte der „Operation Escalin“ sind London und Südostengland, wie ein Regierungssprecher sagte. (Stefan Krieger mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Steve Parsons/dpa

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