Urteil des OLG Bremen

Bremer Prügel-Polizist muss gehen

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Nach einem Übergriff auf einen unschuldigen Passanten verliert der Beamte nun endgültig seine Stelle.

Es war ein Vorfall, der 2013 für Aufsehen sorgte: Ein Bremer Polizist schlug nachts einen unschuldigen Passanten krankenhausreif, weil er ihn für einen Einbrecher hielt. In zwei Instanzen, zuletzt vom Landgericht Bremen, wurde er zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung im Amt verurteilt. Der Beamte legte dagegen Revision ein, scheiterte damit jetzt aber vor dem Oberlandesgericht Bremen, wie ein OLG-Sprecher bestätigte. Als Folge seiner rechtskräftigen Verurteilung wird der bereits vom Dienst suspendierte Beamte nun endgültig entlassen.

In jener Mainacht war die Polizei wegen eines Einbruchs alarmiert worden. Einige Hundert Meter vom Tatort entfernt stieß der jetzt verurteilte Zivilbeamte auf einen damals 54-jährigen Brasilianer, der gerade auf dem Weg zur Arbeit war. Wie es in früheren Prozessberichten hieß, wechselte der 1,58 Meter kleine Passant angesichts des durchtrainierten Fremden die Straßenseite. Das machte ihn offenbar verdächtig. Jedenfalls lief der Polizist ihm hinterher, schlug ihm mit der Faust ins Gesicht, warf ihn zu Boden und bedrohte ihn mit seiner Pistole. Als der Passant nach der Polizei rief, soll der Beamte geantwortet haben: „Ich bin die Polizei.“ Der Mann kam damals mit gebrochenem Jochbein und Brüchen an Augen- und Kieferhöhle ins Krankenhaus.

Während des Strafverfahrens stand der Verdacht im Raum, dass der Beamte den Mann nur wegen seiner dunklen Hautfarbe für verdächtig hielt. Der Polizist selbst hatte seine Schläge zunächst damit begründet, dass der scheinbar Verdächtige heftigen Widerstand gegen seine Überprüfung geleistet habe. Die Gerichte glaubten das nicht.

stg

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