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Ein Pastor nennt Homosexuelle "Verbrecher". Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. 

Staatsanwaltschaft ermittelt

„Hetzprediger von Bremen“ teilt wieder aus: Für den Pastor sind Homosexuelle „Verbrecher“

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Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen den evangelikalen Pfarrer Olaf Latzel.

  • Olaf Latzel ist bekannt als „Hetzprediger von Bremen
  • Nun sorgt der Pastor erneut für Aufregung
  • Bei einem Eheseminar bezeichnete er Homosexuelle als Verbrecher

Update, 26.04.2020, 16.16 Uhr: Der evangelikale Bremer Pastor Olaf Latzel, gegen den wegen Volksverhetzung ermittelt wird, hat seine Aussagen über Homosexuelle in einem Punkt relativiert. Auf einem „Eheseminar“ hatte Latzel gesagt: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day, feiern ihre Parties“. Dazu erklärte er am Sonntag, mit „Verbrechern“ habe er nur jene „militanten Aggressoren“ gemeint, die ihn und seine Gemeinde St. Martini immer wieder attackiert und diffamiert hätten, etwa mit Morddrohungen, Sprühparolen wie „God is gay“ oder einer Gottesdienst-Störung durch küssende Homo-Paare. Sollte der Eindruck entstanden sein, er halte alle Homosexuellen für Verbrecher, entschuldige er sich. 

Seineanderen Aussagen relativierte er nicht, zum Beispiel, dass gelebte Homosexualität laut Bibel ein „todeswürdiges Verbrechen“ sei, auch wenn man deshalb niemanden umbringen müsse. Ferner hatte er von einer „teuflischen“ Homo-Lobby gesprochen.* 

Die Bremische Evangelische Kirche verurteilte am Freitagnachmittag Latzels Äußerungen „auf das Schärfste“. Dadurch würden „Menschen herabgesetzt, beleidigt und in ihrer Würde verletzt“. Die Grenze des Erträglichen sei jetzt überschritten. Die Kirchenleitung beobachte die Strafermittlungen „und prüft davon ausgehend mögliche dienstrechtliche Schritte“.

Pastor aus Bremen hetzt gegen Homosexuelle

Erstmeldung vom Freitag, 24.04.2020, 17.10 Uhr: Der strenggläubige evangelische Pastor Olaf Latzel, auch als „Hetzprediger von Bremen“ bekannt, macht wieder von sich reden: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den 52-Jährigen wegen des Verdachts der Volksverhetzung zu Lasten von Homosexuellen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte der FR am Freitag einen entsprechenden Bericht von Radio Bremen.

Latzel hatte auf einem „Eheseminar“ seiner Gemeinde gewettert: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day, feiern ihre Partys.“ Laut Bibel sei gelebte Homosexualität wie Ehebruch ein „todeswürdiges Verbrechen“, auch wenn man deshalb niemanden umbringen müsse. Ferner sprach er von einer „teuflischen“ Homo-Lobby. Früher hätten unverheiratete Paare keine Wohnung mieten können. Heute könne man froh sein, wenn ein Mieter „nicht mit seinem Schaf oder mit ’nem anderen Mann“ ankomme.

„Teuflisch und satanisch“: Pastor aus Bremen zieht über Homosexuelle her

Latzel beklagte weiter, Kinder würden indoktriniert, dass Homosexualität normal sei und dass es keine natürlichen zwei Geschlechter gebe. Der „ganze Gender-Dreck“ sei „zutiefst teuflisch und satanisch“. Er appellierte an seine Zuhörer, sich zu wehren und die Ehe von Mann und Frau zu verteidigen. Wenn unter Kollegen für ein Geschenk für ein schwules Hochzeitspaar gesammelt werde, sei das eine „große Katastrophe“.

Das heiße nicht, „dass Du gegen diese Menschen als solche bist, aber Du kannst diese Dinge nicht mitmachen.“ Welche Formulierungen im Einzelnen strafbar sein könnten, müsse noch geprüft werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Angestoßen wurde das Verfahren durch eine Strafanzeige. Latzel hatte einen Tonmitschnitt seines Seminars vom Oktober 2019 ins Internet gestellt.

Andere Glaubensrichtungen beschimpft: Bremer Landtag distanzierte sich von Pastor

Schon 2015 hatte der Evangelikale andere Glaubensrichtungen beschimpft. Buddha bezeichnete er als „dicken, alten, fetten Herrn“, das islamische Zuckerfest als „Blödsinn“ und katholische Reliquien als „Dreck“. Damals entschied die Staatsanwaltschaft, dass die Äußerungen unter die Religions- und Meinungsfreiheit fielen. Sogar der Bremer Landtag verurteilte damals Latzels Predigt.

Jahre zuvor soll der Pastor bei einer Andacht auf einem Kindergartenfest Abtreibung als Mord hingestellt haben. Latzel selbst hatte erst kürzlich Anzeige erstattet, weil er Opfer von Hassattacken und Übergriffen geworden sei. Sein Auto sei zerkratzt und die Kirche besprüht worden. Jemand habe auf seinen Namen ein Auto bestellt, und Hacker hätten versucht, eine Gottesdienstübertragung mit Hassparolen und Pornolinks zu stören. Aber es gehöre nun mal zur Nachfolge Jesu Christi, verfolgt zu werden, sagte er der evangelikalen Nachrichtenagentur „idea“.

*Hinweis: In einer ursprünglichen Version des Updates (26.04.2020, 14.14 Uhr) hatten wir an dieser Stelle gemäß einer epd-Meldung berichtet, Latzel habe seine Äußerungen "bestritten". Den Text haben wir ausgetauscht und korrigiert. Latzel hat seine hat seine Vorwürfe lediglich in einem einzigen Punkt relativiert. Gegen Latzel wird auch nicht wegen "Diskriminierung" ermittelt, wie von uns zuvor geschrieben, sondern wegen Volksverhetzung. Wir haben dies korrigiert und bitten den Fehler zu entschuldigen. 

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