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Höcke hatte vergangenes Wochenende beim jährlichen „Kyffhäusertreffen“ der radikalen Rechten Bundesvorstand und Schiedsgerichte der AfD attackiert.

Kritik

Breitseite gegen Björn Höcke

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Die Nationalkonservativen in der AfD üben massive Kritik am Thüringer Landesvorsitzenden und dem radikal rechten „Flügel“.

Der Machtkampf in der AfD eskaliert weiter. Nun schlägt das nationalkonservative Lager zurück. In einem „Appell für eine geeinte und starke AfD“ üben mehr als 100 Parteikader heftige Kritik am Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke und dem radikal rechten „Flügel“.

In dem Appell heißt es unter anderem: „Die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei.“ Die Unterzeichner werfen Höcke Personenkult und spalterische Tendenzen vor. Unterschrieben ist der Aufruf unter anderem von fünf Mitgliedern des Bundesvorstands und mehreren Landesvorsitzenden. Prominenteste Vertreter sind die Vize-Bundesvorsitzenden Georg Pazderski, Kay Gottschalck und Albrecht Glaser.

Höcke hatte vergangenes Wochenende beim jährlichen „Kyffhäusertreffen“ der radikalen Rechten Bundesvorstand und Schiedsgerichte der AfD attackiert und angedeutet, selbst für den Vorstand kandidieren zu wollen. In dem Appell heißt es nun: „Mit seiner Rede beim Kyffhäuser-Treffen hat Björn Höcke die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen.“ Höcke habe „spaltende Kritik“ geäußert und sogar „ihm nicht genehme Mitglieder aufgefordert, die Partei zu verlassen“. In dem Appell heißt es weiter: „Wir weisen diese Behauptungen und Aussagen von Björn Höcke ausdrücklich zurück.“

Besonders stößt den Unterzeichnern auch der „exzessiv zur Schau getragene Personenkult um Björn Höcke“ auf. Als Landesvorsitzender in Thüringen sei Höcke nicht legitimiert, für die Gesamtpartei zu sprechen. Höcke solle sich in Zukunft allein auf seinen Landesverband konzentrieren.

Interessant ist, dass viele Mitglieder des Bundesvorstands auch jetzt den offenen Konflikt mit Höcke scheuen. Weder AfD-Chef Jörg Meuthen noch Fraktionsvorsitzende Alice Weidel oder Bundesvorstandsmitglied und Fraktionsvize Beatrix von Storch gehören zu den Erst-Unterzeichnern, obwohl sie neben Pazderski die prominentesten Vertreter des konservativen Lagers in der AfD sind. Der Grund: Im Herbst werden der Vorstand der Bundestagsfraktion und der Parteivorstand neu gewählt. Um in ihren Ämtern bestätigt zu werden, können sie es sich mit Höckes Anhängern nicht komplett verscherzen.

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