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Wahlen in Brasilien: Bolsonaro verteilt Almosen

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Von: Stefan Krieger

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Jair Bolsonaro erhöht die Mittel für die Armen, liegt im Präsidentschaftsrennen aber immer noch zurück.

Brasilia – Am 2. Oktober findet die Präsidentschaftswahl in Brasilien statt. In den Umfragen liegt der linksgerichtete Ex-Präsident Lula da Silva derzeit klar vor derzeit klar vor dem rechtsradikalen Amtsinhaber Jair Bolsonaro in Führung. Während das Land mit einer zweistelligen Inflation zu kämpfen hat, ist Bolsonaro in Hinblick auf die drohende Wahlschlappe jetzt noch einmal aktiv geworden.

Der Rechtspopulist hat die Kraftstoffsteuern gesenkt, um die Preise an den Zapfsäulen zu senken. Außerdem hat er bedürftigen Familien monatliche Bargeldtransfers zukommen lassen, wie die Washington Post berichtet. Er hat Bargeldleistungen für LKW- und Taxifahrer eingeführt und 20 Dollar an Bedürftige verteilt, damit diese Gasflaschen zum Kochen kaufen können.

Jair Bolsonaro liegt in den Umfragen deutlich zurück

In den letzten Wochen haben sich die Energiepreise in Brasilien stabilisiert, die Inflation ist zurückgegangen und die Beschäftigung ist gestiegen. Aber all dies könnte trotzdem zu wenig, um Bolsonaros Job zu retten.

Jair Bolsonara: Die Menschen misstrauen dem Präsidenten.
Jair Bolsonara: Die Menschen misstrauen dem Präsidenten. © Evaristo Sa/afp

Jüngste Umfragen von Datafolha und IPEC zeigen, dass der 67-jährige Bolsonaro immer noch mehr als 10 Prozentpunkte hinter seinem Hauptkonkurrenten Lula da Silva zurückliegt.

„Die Wähler sagen: ‚Zu wenig, zu spät‘“, so Thomas Traumann, Journalist, Berater und ehemaliger Sprecher der ehemaligen Präsidentin Dilma Rouseff laut Washington Post. „Nach drei Jahren Bolsonaro misstrauen die Menschen seinen Absichten. Viele glauben, dass die Maßnahmen alles nur ein Wahlkampfmanöver sind.“

Wahlen in Brasilien: „Nichts mehr auf Erden zu tun“

Unterdessen hat Bolsonaro angekündigt, sich im Fall einer Niederlage aus der Politik zurückzuziehen. „Wenn Gott will, mache ich als Präsident weiter. Wenn nicht, werde ich die Schärpe weitergeben und mich zurückziehen“, sagte Bolsonaro am Montag (12. September) in einem Interview für einen Podcast für junge evangelikale Christen. Zuvor hatte der rechtsradikale Präsident mehrfach Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl gesät und unter anderem gesagt, er werde entweder gewinnen, sterben oder im Gefängnis landen.

Zuletzt hatte Jair Bolsonaro sich aber versöhnlicher geäußert. Im Interview mit dem Podcast sagte Bolsonaro zudem, er habe in seinem Alter „nichts mehr auf Erden zu tun“, wenn sein Weg in der Politik zum Jahresende vorbei sei. Gut möglich, dass auch dies nur ein taktisches Manöver ist. Die reguläre Amtszeit des brasilianischen Präsidenten endet am 31. Dezember dieses Jahres. (skr/AFP)

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