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Brasilien-Wahl: YouTube und Facebook verbreiten gefälschte Informationen

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Von: Helena Gries

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Im Rahmen der Wahl in Brasilien verbreiten sich falsche Informationen auf YouTube und Facebook. Die Aktion sollte jedoch eigentlich nur ein Test sein.

Brasilia – Die zweite Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien steht bevor. Bei einer Stichwahl am 30. Oktober treten Amtsinhaber Jair Bolsonaro und dessen Herausforderer Lula da Silva erneut gegeneinander an. Als wäre der Ton im Wahlkampf der beiden Männer nicht schon hitzig genug, sollen sich vor der Wahl in Brasilien auch noch falsche Informationen auf den Netzwerken YouTube und Facebook verbreitet haben.

Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, hat die internationale Nichtregierungsorganisation Global Witness eine Reihe absichtlich irreführender Anzeigen vor dem Wahlkampf in Brasilien geschaltet, um YouTube und Facebook auf die Verbreitung von Desinformationen zu testen.

Stichwahl in Brasilien
AbstimmungPräsidentschaftswahl
Datum30. Oktober 2022
Zahl der Wahlberechtigten156,7 Millionen
KandidatenJair Bolsonaro, Lula da Silva

Wahl in Brasilien: YouTube und Facebook schalten Anzeigen mit falschen Informationen

Einige dieser Scheinanzeigen bei YouTube und Facebook sollen die Menschen in Brasilien dazu aufgefordert haben, nicht zu wählen. Andere wiederum stellten die Glaubwürdigkeit der Wahl infrage, heißt es bei The Guardian. Nach Angaben von Global Witness habe YouTube die Ausführung sämtlicher Anzeigen genehmigt, Facebook stellte die Hälfte der fälschlichen Werbebeiträge online.

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) gab zudem an, die Anzeigen zurückgezogen zu haben, bevor sie bei YouTube und Facebook veröffentlicht wurden. Damit wollte Global Witness Verwirrungen vermeiden. „Es ist ehrlich gesagt schockierend, dass diese riesigen Firmen mit ihren offensichtlichen technologischen Fähigkeiten nicht in der Lage sind, solche eklatanten Desinformationen auszusortieren, die ihren Benutzern aufgezwungen werden“, sagte Jon Lloyd, Senior Advisor von Global Witness.

Wahl in Brasilien: YouTube und Facebook versagen in ihrer Verantwortung

Mit der Aktion wollte Global Witness deutlich machen, dass Social-Media-Unternehmen grundsätzlich in ihrer Verantwortung versagen zu verhindern, dass demokratische Prozesse durch falsche, irreführende und gezielte Täuschung untergraben werden.

Auf einem Laptop ist in Berlin das Internet-Videoportal YouTube zusehen.
Vor der Stichwahl in Brasilien kommt es zu falschen Informationen auf YouTube und Facebook. (Symbolbild) © Britta Pedersen/dpa

Berichten des Guardian zufolge habe YouTube nach eigenen Angaben „die fraglichen Anzeigen überprüft und diejenigen entfernt, die gegen unsere Richtlinien verstoßen“. Der Global Witness-Bericht zeigte jedoch, dass alle eingereichten Anzeigen von der Website genehmigt wurden. (hg)

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