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Umfrage zur Brasilien-Wahl: Lula baut Vorsprung aus – Bolsonaro droht schwere Niederlage

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Von: Moritz Serif

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Bolsonaro hier rechts,  „Lula“ da Silva steht links
Die anstehende Wahl polarisiert Brasilien: Bolsonaro hier rechts, „Lula“ da Silva steht links. © Miguel Schincariol/afp (Montage)

Lula und Bolsonaro treffen bei der Brasilien-Wahl aufeinander. Laut einer Umfrage kann der linke Herausforderer seinen Vorsprung ausbauen.

Brasilia – Brasiliens Amtsinhaber und Präsident Jair Bolsonaro droht eine schwere Niederlage bei den anstehenden Wahlen im Oktober. Rivale Luiz Inácio Lula da Silva konnte nach einer Umfrage seinen Vorsprung auf den rechtspopulistischen Amtsinhaber weiter ausbauen. Darüber hatte unter anderem der Spiegel berichtet.

Demnach liegt der linke Herausforderer Lula auch bei einer möglichen Stichwahl mit 53 Prozent vorne. Bolsonaro liegt hingegen bei 36 Prozent. Somit hat der Amtsinhaber 17 Punkte weniger als sein Konkurrent. Vergangene Woche hatte der Abstand laut IPEC-Umfrage 16 Punkte betragen.

Brasilien-Wahl: Lula war im Gefängnis – Bolsonaro wird Korruption vorgeworfen

Lula war vor der Wahl 2018 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Jahr 2021 hatte der Oberste Gerichtshof das Urteil wieder aufgehoben. Bolsonaro ist wegen Korruptions- und Geldwäschevorwürfen in den Fokus geraten. 107 Immobilien sind auf den Namen von dem Präsidenten oder seiner Familie registriert. Fast die Hälfte der Anwesen wurden bar bezahlt.

Der Amtsinhaber drohte bereits, einen Sieg seines Herausforderers nicht anzuerkennen. Amtsinhaber Bolsonaro sorgte außerdem im Wahlkampf für einen Sexismus-Eklat, als er auf eine Frage von Journalistin Vera Magalhaes mit frauenfeindlichen Kommentaren reagierte. Magalhaes hatte dem Amtsinhaber vorgeworfen, Falschinformationen über Impfungen gegen Covid-19 zu verbreiten.

Brasilien-Wahl: Bolsonaro sorgte für Sexismus-Eklat

Bolsonaro sagte darauf, an sie gerichtet, „Vera, du schläfst mit den Gedanken an mich ein, du hast eine Art Schwärmerei.“ Er warf ihr „falsche Anschuldigungen“ vor und sagte: „Du bist eine Schande für den brasilianischen Journalismus.“ Den späteren Vorwurf der Frauenfeindlichkeit durch eine andere Kandidatin wischte Bolsonaro beiseite.

Der rechtsextreme Amtsinhaber warf Lula vor, ein „Dieb“ zu sein und dass seine „Regierung die korrupteste in Brasiliens Geschichte war“. Da die Stimmung in der Bevölkerung sehr aufgeheizt ist, hat die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen bei Wahlkampfveranstaltungen erhöht und verschärft. Bolsonaro und Lula tragen kugelsichere Westen und verzichten auf engen Kontakt mit ihren Anhänger:innen. (mse)

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