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Sohn vor Brasilien-Wahl: „Bolsonaro zum zweiten Mal abgestochen“

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Von: Moritz Serif

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Brasiliens Präsident Bolsonaro fällt weiterhin mit falschen Tatsachenbehauptungen auf. Ein Richter fordert eine Untersuchung gegen den rechtsextremen Politiker.

Brasilia – Die Entscheidung in Brasilien fällt am Sonntag. Lula liegt laut aktuellen Umfragen zur Wahl vor Brasiliens Präsidenten. Jair Bolsonaros Lager wird immer unruhiger, diskreditiert das demokratische System und spricht bereits jetzt vor einer Anfechtung des Wahlergebnisses der Stichwahlen. Kommunikationsminister Fábio Faria hatte bereits eine „schwere Verletzung des Wahlsystems“ angeprangert, berichtet der Guardian.

Ohne Beweise zu liefern, behauptete Faria, dass lokale Radiosender im Nordosten Brasiliens Tausende Wahlwerbespots für die Lula-Kampagne ausgestrahlt hätten. „Ihr müsst wählen gehen, denn wir werden gelähmt“, sagte er zu seinen Anhänger:innen.

Brasilien-Wahl: Richter fordert Untersuchung gegen Bolsonaro

Am Mittwoch (26. Oktober) lehnte der oberste Wahlrichter Brasiliens, Alexandre de Moraes, eine Petition von Bolsonaros Kampagne ab, die eine Untersuchung der angeblichen Unregelmäßigkeiten forderte. Moraes forderte stattdessen eine Untersuchung, ob die „unbegründeten“ Behauptungen darauf abzielten, die Wahl zu „stören“.

Doch Bolsonaro erklärte gegenüber Reportern, der Wahlprozess sei zugunsten von Lula da Silva „unausgewogen“ gewesen. „Eine Seite – meine Seite – ist wirklich benachteiligt worden“, behauptete Bolsonaro, den Donald Trump kürzlich als „einen der größten Präsidenten aller Länder der Welt“ bezeichnete. Erneut konnte er keine Belege für seine Behauptungen aufführen.

Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, begrüßt seine Anhänger bei seiner Ankunft bei einer Militärparade
Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, begrüßt seine Anhänger bei seiner Ankunft bei einer Militärparade. (Archivfoto) © Silvia Izquierdo/dpa

Sohn behauptet: „Bolsonaro ist zum zweiten Mal abgestochen worden“

Flávio Bolsonaro verglich die angebliche Kampagne gegen seinen Vater mit dem gescheiterten Attentatsversuch auf den Rechtspopulisten während der Wahl 2018, die er gewann. „Bolsonaro ist zum zweiten Mal abgestochen worden“, twitterte sein Sohn und schwor: „Wir werden diese Wahlen gewinnen, trotz des Versuchs, das Ergebnis zu manipulieren.“ In einem zweiten Post behauptete der Senator, sein Vater sei das Opfer des „größten Wahlbetrugs, den es je gab“.

Ein weiterer pro-Bolsonaro-Senator, Lasier Martins, twitterte: „Die Verschiebung der Wahl ist die einzige Lösung!“ Thomas Traumann, ein in Rio ansässiger Politikexperte, nannte Bolsonaros Behauptungen über Rundfunkbetrug „reinen Unsinn“. Er sei überzeugt, dass Bolsonaro sich darauf vorbereite, das Ergebnis der Wahl anzufechten.

Politikfachmann: „Ich habe null Zweifel – null. Er wird es anfechten“

„Ich habe null Zweifel - null. Er wird es anfechten“, sagte Traumann dem Guardian. „Die Frage ist das Ausmaß der Gewalt, die die Anfechtung unter den radikalen Bolsonaro-Anhängern auslöst“. Traumann fügte hinzu: „Trump ist sein Idol und sein Vorbild. Und was hat Trump getan? Er kämpfte, er akzeptierte die Niederlage nicht, er rief die Menschen auf die Straße und ermutigte sie zu gewalttätigen Protesten. Er verließ die Macht, ohne sich zurückzuziehen, und engagierte seine Anhänger weiter, damit sie die Autorität der neuen Regierung nicht anerkannten und so seine Basis bei Laune hielten. Das ist für mich der Fahrplan von Bolsonaro.“ (mse)

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