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Brasilien-Wahl: Bolsonaro holt in Umfragen auf

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Von: Lucas Maier, Nail Akkoyun

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Lula da Silva führt auch in den letzten Umfragen vor der Brasilien-Wahl. Doch Amtsinhaber Jair Bolsonaro kommt dem Herausforderer näher.

Update vom Sonntag, 30. Oktober, 10.10 Uhr: In Brasilien ist der Tag der Stichwahl (30. Oktober) gekommen. Zur Wahl steht der rechtspopulistische Amtsinhaber Jair Bolsonaro und sein linksgerichteter Kontrahent Lula da Silva.

Am Tag vor der Wahl, am Samstag (29. Oktober) wurden die letzten Umfragen veröffentlicht. Während das Wirtschaftsmagazin The Economist, für Lula eine absolute Mehrheit von 52 erwartet, sind die anderen Prognosen weniger eindeutig. Allerdings liegt Lula, wenn auch nicht mit absoluter Mehrheit in den meisten Prognosen vorne. Die Differenz zwischen den Hochrechnungen und 100 Prozent der Stimmen, kommt durch das Einbeziehen von ungültigen Stimmen zustande.

Quelle der UmfrageErgebnis
The Economist (Britische Wochenzeitung)48 Prozent :Bolsonaro/Lula: 52 Prozent
Veja (Brasilianisches Nachrichtenmagazin)43,5 Prozent :Bolsonaro/Lula: 48,8 Prozent
Estadao (Brasilianische Zeitung)44 Prozent :Bolsonaro/Lula: 49 Prozent
CNN (US-TV-Sender)43,6 Prozent :Bolsonaro/Lula: 49,6 Prozent
Polling Data (Brasilianischer Wahlstatistik Blog)45,3 Prozent :Bolsonaro/Lula: 46,1 Prozent
Pollstergraph (Wahlstatistik Blog)45,3 Prozent :Bolsonaro/Lula: 47,1 Prozent
Stand: Samstag den 29. Oktober 2022

Umfragen zu Wahl in Brasilien: Lula liegt vor Bolsonaro

Update vom Freitag, 28. Oktober, 16.10 Uhr: Die brasilianischen Forschungsinstitute Atlas Intel und Datafolha haben neue Ergebnisse für die anstehende Stichwahl in Brasilien veröffentlicht. Beide zeigen einen minimalen Anstieg für Lula da Silva, der seinen Vorsprung auf den rechtsextremen Amtsinhaber Jair Bolsonaro damit weiter ausbauen kann – zumindest laut den Umfragen.

Laut Atlas Intel stieg Lulas Vorsprung von 53,0 auf 53,2, während Bolsonaro 0,2 Prozentpunkte von 47,0 auf 46,8 abrutschte. Die Erhebung von Datafolha hingegen sieht Lula mit einem Abstand von sechs Prozentpunkten (53/47) vor seinem Konkurrenten. Die Umfragen sprechen damit – wie schon in der ersten Wahlrunde – für einen Sieg des Ex-Präsidenten Lula da Silva. Eben jene erste Runde zeigte aber auch, dass das Rennen deutlich knapper ausgehen könnte als zunächst abgenommen. Stand jetzt gehen die Expert:innen jedoch von einem Triumph des linksgerichteten Lula aus.

Lula da Silva, Präsidentschaftskandidat der linken Arbeiterpartei (PT), begrüßt seine Anhänger:innen während einer Kundgebung in Recife am 14. Oktober.
Lula da Silva, Präsidentschaftskandidat der linken Arbeiterpartei (PT), begrüßt seine Anhänger:innen während einer Kundgebung in Recife am 14. Oktober. © Maira Erlich/AFP

Brasilien-Wahl: „Gute Nachricht für Lula“ – Herausforderer liegt vor Bolsonaro

Erstmeldung vom Mittwoch, 26. Oktober: Brasilia – Wenige Tage vor der Stichwahl in Brasilien kann der linke Präsidentschaftskandidat Lula da Silva seinen Vorsprung auf den rechtspopulistischen Amtsinhaber Jair Bolsonaro leicht ausbauen. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Atlas Intel vom Montag (24. Oktober) zeigt, führt Lula aktuell mit 52,0 Prozent der möglichen Stimmen – noch vor zwei Wochen lagen dessen Prozentpunkte bei 51,1 Prozent. Für Präsident Bolsonaro würden derzeit 46,2 Prozent der Befragten stimmen.

Bereits vor der ersten Wahlrunde zu Beginn des Monats sahen sämtliche Umfragen den linken Herausforderer vorne, am Ende wurde das Rennen jedoch deutlich knapper als erwartet. Die irreführenden Erhebungen zur Brasilien-Wahl hatten dabei gleich mehrere Gründe. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge lagen die Veränderungen für beide Kandidaten unter der Fehlermarge von einem Prozentpunkt – es spreche vieles für den Spitzenkandidaten Lula da Silva. „Die Umfrage ist eine gute Nachricht für Lula“, sagte der Chef von Atlas Intel, Andrei Roman.

Brasilien-Wahl: Lula da Silva würde keine Wiederwahl anstreben

Indes wiederholte Lula am Dienstag (25. Oktober), dass er im Falle eines Wahlsiegs keine Wiederwahl im Jahr 2026 anstreben werde. Lula, der am Donnerstag (27. Oktober) seinen 77. Geburtstag feiert, war bereits von 2003 bis 2010 das brasilianische Staatsoberhaupt. „Wenn ich gewählt werde, werde ich nur eine Amtszeit Präsident sein“, sagte Lula, der nach seiner möglichen Amtszeit Platz für eine neue Generation machen wolle. Es brauche „eine Regierung des brasilianischen Volkes“.

Da Lula keinen Nachfolger innerhalb seiner Partei Partido dos Trabalhadores („Partei der Arbeiter“), verstehen einige Expert:innen seine Äußerungen auch als ein „Nicken“ an seine eher zentristischen Partner:innen, wie etwa die ehemaligen Präsidentschaftskandidat:innen Geraldo Alckmin und Simone Tebet, die sich nach der ersten Wahlrunde für Lula aussprachen.

„Lulas Ankündigung, dass er im Falle seiner Wahl keine Wiederwahl anstreben wird, ist ein Wendepunkt“, schrieb der politische Beobachter Thomas Traumann auf Twitter. In Brasilien könne man sich nun Hoffnung auf eine „breite Regierung“ unter Lula da Silva machen – zumindest, falls Jair Bolsonaro kein überraschender Wahlsieg gelingen sollte. (nak)

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