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Lula gegen Bolsonaro: Spannungen vor Wahlen in Brasilien nehmen zu

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Von: Ares Abasi

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Da das Urteil gegen Luiz Inácio Lula da Silva aufgehoben wurde, kann er sich wieder zur Präsidentschaftswahl aufstellen.
Da das Urteil gegen Luiz Inácio Lula da Silva aufgehoben wurde, kann er sich wieder zur Präsidentschaftswahl aufstellen. (Symbolbild) © Silvia Izquierdo/dpa

Der ehemalige Präsident Brasiliens, Lula da Silva, liegt in einer Meinungsumfrage deutlich vorn. Doch das Ergebnis könnte böse Folgen mit sich bringen.

São Paulo – Nach einer Reihe anhaltender verbaler Angriffe auf das elektronische Wahlsystem Brasiliens während seiner Amtszeit sind Beobachter besorgt, ob der rechtsextreme Amtsinhabers Jair Bolsonaro letztlich eine Niederlage akzeptieren würde und welche Folgen dies haben könnte. Einige befürchten, dass es zu einer noch gewalttätigeren Version der Unruhen am 6. Januar 2021 in den USA kommen könnte. Das berichtet der Nachrichtensender Al Jazeera.

In einer Umfrage des brasilianischen Meinungsforschungsinstituts Datafolha Ende Juli hatte der ehemalige linke Präsident, Luiz Inacio Lula da Silva, einen Vorsprung von 18 Prozentpunkten gegenüber Bolsonaro. Wenn Lula in der ersten Runde mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, würde er die Wahl ohne eine Stichwahl gewinnen, so Al Jazeera.

Wahlen in Brasilien: Angst vor Gewalt

Da die Wahlen näher rücken, ist die Angst vor politischer Gewalt in Brasilien weit verbreitet, insbesondere nach der jüngsten Ermordung eines Mitglieds der Arbeiterpartei durch einen Bolsonaro-Anhänger in der Stadt Foz do Iguacu.

„Trotz der Putschdrohungen werden wir [Bolsonaro] in den Umfragen und auf der Straße besiegen“, sagte Ivan Valente, ein Kongressabgeordneter der linken Partei Sozialismus und Freiheit, gegenüber Al Jazeera. „Bolsonaro ist ein Völkermörder, der, wenn er nicht mehr an der Macht ist, wegen seiner Verbrechen verhaftet und auch vor dem Internationalen [Straf-]Gerichtshof landen wird.“

Wahlen in Brasilien: Bolsonaro zweifelt Zwischenergebnisse an

Im Vorfeld der Wahl haben Bolsonaro und seine Verbündeten die Daten des Meinungsforschungsinstituts Datafolha in Zweifel gezogen und ihm den Spitznamen „Datafraude“ (Datenbetrug) gegeben. „Ich bin mir so sicher, dass die Datafolha-Umfrage ein Betrug ist, dass ich mein Mandat als Abgeordneter niederlegen werde, wenn Lula in der ersten Runde gewinnt“, twitterte Marco Feliciano, ein evangelischer Pastor, Kongressabgeordneter aus São Paulo und prominenter Verbündeter Bolsonaros. Das Team um Bolsonaro, der ein offener Bewunderer von Donald Trump ist, macht sich also schon mal die Methoden des früheren US-Präsidenten zu eigen.

Dennoch gehen die meisten Analysten davon aus, dass Lulas Vorsprung mit dem Näherrücken der Wahl kleiner werden wird. „Die natürliche Tendenz bei einer Wahl ist, dass derjenige, der die politische Maschine hat, stärker wird, je näher die Abstimmung rückt“, sagte Thomas Traumann, ein unabhängiger Berater, der unter Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff als Minister für soziale Kommunikation tätig war. (Ares Abasi)

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