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Anti-Bolsonaro-Song in Brasilien: Treibt Musik den Rechtsextremen aus dem Amt?

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Von: Tim Vincent Dicke

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Präsident Jair Bolsonaro bei einer Parade am 7. September in Brasília
Präsident Jair Bolsonaro bei einer Parade am 7. September in Brasília. (Archivfoto) © Fotoarena/Imago Images

Für Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro läuft es schlecht – nicht nur in den Umfragen. Nun stellen sich Künstler:innen gegen den Rechtsextremen.

Brasilia – Am 2. Oktober wird in Brasilien gewählt. Der Wahlkampf ist aufgeheizt: Entweder wird der Rechtsextreme Jair Bolsonaro das südamerikanische Land mit seinen mehr als 200 Millionen Einwohner:innen weiter regieren – oder sein linker Herausforderer Lula da Silva macht das Rennen. Bekannte Künstler:innen stellen sich gegen Bolsonaro und dessen umstrittene Politik.

Eine Gruppe Prominenter hat ein Musikstück gegen Bolsonaro produziert. Darunter Wagner Moura, der als Drogenboss Pablo Escobar in der Netflix-Serie „Narcos“ internationale Bekanntheit erlangte. Der rund 13 Minuten lange Song „Hymne an den Unbenennbaren“ wurde am Samstag (17.09.2022) auf Youtube veröffentlicht und erreichte bis dato mehrere Hunderttausend Aufrufe.

Brasilien-Wahl: Zustimmung für Song gegen Jair Bolsonaro

Wie die brasilianische Zeitung Folha de S. Paulo berichtet, wurde das Lied zwischen Juli und August in Sao Paulo sowie Rio de Janeiro aufgenommen. Moura, sein brasilianischer Schauspielkollege Bruno Gagliasso und weitere Kunstschaffende kritisieren darin umstrittene Äußerungen Bolsonaros zu Themen wie Rassismus, Diktatur, Folter und Umwelt.

Auf der Videoplattform bekam das Lied große Zustimmung. „Ein wahres Meisterwerk! Ihre Stimmen repräsentieren Millionen von empörten Bürgern. Herzlichen Glückwunsch, edle Kämpfer!“, kommentierte eine Youtube-Nutzerin. Ein anderer User schrieb: „Die Stimme des ausgegrenzten, unterdrückten brasilianischen Volkes, dargestellt in einem Lied. Ich möchte wieder stolz auf meine Flagge sein, die entführt und in die Uniform eines Diktators verwandelt wurde.“

Lula führt in Umfragen deutlich vor Bolsonaro

Laut der Nachrichtenagentur APA haben sich Stars aus den Musikgenres Funk, Pop, Rap, Samba für den früheren Präsidenten Lula ausgesprochen. Im Sertanejo, eine der am meisten gehörten Musikrichtungen in Brasilien, ist dagegen Bolsonaro beliebt. Sertanejo ist eine Art Country-Musik.

Lula liegt in den aktuellen Umfragen deutlich vorne, Bolsonaro droht eine herbe Niederlage. Laut dem Umfrageinstitut IPEC würde Lula in der ersten Wahlrunde auf 47 Prozent kommen, nur 31 Prozent wollen dagegen für den aktuellen Präsidenten stimmen. Bei einer möglichen Stichwahl, in der ausschließlich beide Kandidaten gegeneinander antreten, liegt Lula bei 54 Prozent der Wählerstimmen, auf Bolsonaro entfallen demnach nur 35 Prozent. (tvd)

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