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Brasilien-Wahl: Bolsonaro erwägt, Ergebnis nicht anzuerkennen

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Von: Moritz Serif

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Brasiliens Präsident Bolsonaro hat am Nationalfeiertag eine Militärparade abgehalten. Sein Sohn ruft Waffenkäufer:innen dazu auf, sich als Freiwillige zu melden.

Brasilia – Hat Brasiliens Präsident Bolsonaro den Nationalfeiertag zum Wahlkampf ausgenutzt? Das werfen Kritiker:innen ihm vor. Bolsonaro hatte eine Militärparade in Brasilia und Rio de Janeiro sowie Massenkundgebungen veranstaltet. Das Land ist vor der Präsidentschaftswahl am 2. Oktober tief gespalten.

Zuletzt war Bolsonaro wegen Korruptions- und Geldwäschevorwürfen in den Fokus geraten. 107 Immobilien sind auf den Namen von dem Präsidenten oder seiner Familie registriert. Fast die Hälfte der Anwesen wurden bar bezahlt.

Bolsonaro hier rechts,  „Lula“ da Silva steht links
Die anstehende Wahl polarisiert Brasilien: Bolsonaro hier rechts, „Lula“ da Silva steht links. © Miguel Schincariol/afp (Montage)

Brasilien-Wahl: Bolsonaro gegen Lula

„Sie werden nicht zum Tatort zurückkehren“, sagte Bolsonaro in Anspielung auf die umstrittenen Korruptionsvorwürfe gegen Lula, den charismatischen Ex-Metallarbeiter, der Brasilien von 2003 bis 2010 regierte und nun wieder Präsident werden will. „Die Menschen sind auf unserer Seite - der Seite des Guten.“

Lula war vor der Wahl 2018 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Jahr 2021 hatte der Oberste Gerichtshof das Urteil wieder aufgehoben. Für Donnerstag (8. September) plante er seinerseits Kundgebungen und für Freitag ein Treffen mit den politisch einflussreichen Evangelikalen.

Brasilien-Wahl: Bolsonaro liegt hinter Lula

Derzeit liegt der rechtsradikale Amtsinhaber in Meinungsumfragen deutlich hinter dem linken Ex-Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva. Laut einer Erhebung des führenden Meinungsforschungsinstituts Datafolha kommt Bolsonaro auf 32 Prozent, Lula liegt bei 45 Prozent. Erringt keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen, findet am 30. Oktober eine Stichwahl statt.

Bolsonaros Sohn Eduardo, ein Kongressabgeordneter, rief seine Landsleute per Twitter auf, „die legal Waffen gekauft haben“, sich als „Freiwillige für Bolsonaro“ zu melden. Bolsonaro hatte den Kauf von Waffen so erleichtert, dass sich in seiner Amtszeit die Zahl der Brasilianer mit Waffenschein mehr als verfünffacht hat.

Brasilien-Wahl: Angst vor gewalttätigen Zwischenfällen

Dies schürt Ängste vor gewalttätigen Zwischenfällen bei der Wahl. Bolsonaro selbst sät regelmäßig Zweifel am Funktionieren von Brasiliens elektronischem Wahlsystem - und es ist völlig offen, ob er in die Fußstapfen seines politischen Idols Donald Trump tritt und sich weigern wird, das Wahlergebnis zu akzeptieren, sollte er gegen Lula verlieren. (mse/afp)

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