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Brasilien-Wahl: Herausforderer Lula baut Vorsprung auf Bolsonaro aus

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Von: Moritz Serif

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Die Brasilien-Wahl ist nicht mehr allzu fern. Herausforderer Lula liegt vorne. Er benötigt jedoch 50 Prozent der Stimmen, um eine Stichwahl zu verhindern.

Brasilia – Für Amtsinhaber Jair Bolsonaro könnte es bei der Brasilien-Wahl eng werden: Herausforderer Lula baut nämlich seinen Vorsprung laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha weiter aus. Demnach liegt Lula bei 47 Prozent, Bolsonaro bleibt bei 33.

Erhält ein Kandidat in der ersten Runde einer brasilianischen Präsidentschaftswahl mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen, hat er die Wahl schon in der ersten Runde gewonnen. Schafft es hingegen kein Kandidat über 50 Prozent, ist eine Stichwahl der beiden stärksten Kandidaten aus der ersten Runde nötig. Sie würde dieses Mal am 30. Oktober stattfinden. Aktuell ist noch nicht absehbar, ob Lula seinen Vorsprung bis zur Wahl, die am Sonntag (2. Oktober) stattfindet, noch weiter ausbauen kann.

Bolsonaro hier rechts,  „Lula“ da Silva steht links
Die anstehende Wahl polarisiert Brasilien: Bolsonaro hier rechts, „Lula“ da Silva steht links. © Miguel Schincariol/afp (Montage)

Umfrage zur Brasilien-Wahl: Stichwahl weiterhin sehr wahrscheinlich

Die Fehlertoleranz der nun veröffentlichten Umfrage liegt bei zwei Prozent, die meisten Beobachter halten eine Stichwahl weiterhin für das wahrscheinlichste Szenario. Allerdings sei in den vergangenen Tagen ein „günstiges politisches Klima für einen Sieg in der ersten Runde“ entstanden, sagte Politikforscher Adriano Laureno vom Beratungsunternehmen Prospectiva der Nachrichtenagentur AFP.

Die für den 2. Oktober angesetzte Präsidentschaftswahl in Brasilien polarisiert die Bevölkerung wie keine zuvor in der jüngeren Geschichte des südamerikanischen Landes. Der linke Kandidat Lula hat Brasilien bereits von 2003 bis 2010 regiert. Er ist populär, aber von einem Korruptionsskandal beschädigt. Der rechtsextreme Amtsinhaber Bolsonaro wird wegen seiner Politik und seiner Kommunikationsstrategie in Anspielung auf den 2020 abgewählten Präsidenten der USA auch „Tropen-Trump“ genannt.

Brasilien-Wahl: Lula saß im Gefängnis, Bolsonaro steht im Korruptionsverdacht

Lula war vor der Wahl 2018 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Jahr 2021 hatte der Oberste Gerichtshof das Urteil wieder aufgehoben. Bolsonaro ist wegen Korruptions- und Geldwäschevorwürfen in den Fokus geraten. 107 Immobilien sind auf den Namen von dem Präsidenten oder seiner Familie registriert. Fast die Hälfte der Anwesen wurden bar bezahlt.

Der Amtsinhaber drohte bereits, einen Sieg seines Herausforderers nicht anzuerkennen. Amtsinhaber Bolsonaro sorgte außerdem im Wahlkampf für einen Sexismus-Eklat, als er auf eine Frage von Journalistin Vera Magalhaes mit frauenfeindlichen Kommentaren reagierte. Magalhaes hatte dem Amtsinhaber vorgeworfen, Falschinformationen über Impfungen gegen Covid-19 zu verbreiten. (mse/afp)

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