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Ausschreitungen in Brasilien: Bolsonaro-Fans randalieren in Hauptstadt

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Von: Sebastian Richter

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Nach der Wahlschlappe für Jair Bolsonaro gehen seine Anhänger auf die Straße. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Brasilia – In Brasilien ist es am Montagabend (12. Dezember) zu schweren Ausschreitungen gekommen. Radikale Anhänger:innen des inzwischen abgewählten Präsidenten Jair Bolsonaro haben in der Hauptstadt Brasilia randaliert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Agência Brasil versuchten sie, in das Gebäude der Bundespolizei einzudringen.

Die Protestlerinnen und Protestler sind demnach wegen des vorläufigen Haftbefehls gegen einen indigenen Bolsonaro-Anhänger auf die Straße gegangen. Der Oberste Gerichtshof hatte die Festnahme von José Acácio Serere Xavante, dem die Teilnahme an antidemokratischen Protesten vorgeworfen wird, angeordnet, wie zeit.de berichtet. Autos und Busse standen in Brand, es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Einsatzkräfte setzten Tränengas gegen die Randalierer ein.

In Brasilien sind Anhänger des abgewählten Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. Es kam zu Brandstiftungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei.
In Brasilien sind Anhänger des abgewählten Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. Es kam zu Brandstiftungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. © Eraldo Peres/dpa

Bolsonaro gesteht Wahlniederlage nicht ein: Gewaltbereite Anhänger:innen protestieren

Der Rechtsextreme Jair Bolsonaro hatte bei der Stichwahl um das Präsidentenamt Ende Oktober knapp gegen seinen linken Konkurrenten Luiz Inácio Lula da Silva verloren. Unterstützer:innen Bolsonaros zweifeln den Wahlsieg an und gehen aufgrund des knappen Ergebnisses von Betrug aus. Es kommt zu landesweiten Protesten, immer wieder fordern die Protestler:innen ein Eingreifen des Militärs. Bolsonaro sagte am Freitag (9. Dezember) zu seinen Unterstützer:innen, seine politische Zukunft liege in ihren Händen. Hinweise auf einen Wahlbetrug gibt es keine.

Auch Bolsonaro selbst hat das Ergebnis der Stichwahl angefochten. Angeblich wiesen die elektronischen Wahlurnen Probleme mit den digitalen Signaturen auf, die Ergebnisse ließen sich so nicht eindeutig zuordnen. Die Liberale Partei (PL) von Bolsonaro zog vor Gericht, schon einen Tag später wies das Gericht die Klage ab. Die Beschwerde sei „lächerlich“, „rechtswidrig“ und konstruiert. Wegen „bösartiger Prozessführung“ muss die PL nun eine Strafe von 4,13 Millionen Euro bezahlen.

Der neue Präsident Luiz Inácio Lula da Silva soll am 1. Januar 2023 ins Amt eingeführt werden. Er regierte bereits von 2003 und 2010. Politisch will Lula sich mehr für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. (spr/dpa)

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