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Lula gegen Bolsonaro: Angst vor Gewalt und Unruhen in Brasilien

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Von: Ares Abasi

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Jair Bolsonaro liegt in den Umfragen zurück und hat angedeutet, dass er im Falle einer Niederlage die Macht nicht abgeben wird.

Brasília – Der Wahlkampf in Brasilien wird diese Woche offiziell eröffnet. Es ist die wichtigste Wahl seit Jahren. Die Befürchtung, es könne zu politischer Gewalt auf der Wahlkampftour und mögliche Unruhen vor und nach den Wahlen im Oktober kommen, ist groß. Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro liegt in den Umfragen zurück und deutete an, dass er die Macht nicht aufgeben wird, wenn er vom linken Spitzenkandidaten und ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva besiegt wird. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian.

Bolsonaro erklärte ausländischen Diplomaten, Brasiliens elektronisches Wahlsystem sei nicht zuverlässig, und wies Armeeoffiziere an, den in mehr als einer halben Million Wahlurnen verwendeten Quellcode zu überwachen. Seine Anhänger haben in den vergangenen Wochen zwei Lula-Kundgebungen angegriffen und Lula-Anhänger mit Fäkalien, Urin und einem groben Sprengsatz beworfen sowie einen prominenten Funktionär der Arbeiterpartei in der westlichen Stadt Foz de Iguaçu erschossen.

Jair Bolsonaro und Donald Trump
Jair Bolsonaro (l.) und Donald Trump (r.) bei einem Treffen im Jahr 2020. (Archivfoto) © Alan Santos / President Brazil / Imago Images

Wahlen in Brasilien: Politische Gewalt wird befürchtet

Politiker und Wahlbeobachter befürchten, dass die politische Gewalt im Vorfeld der Wahlen zum Präsidenten, zum Kongress und zu den 27 Gouverneuren der Bundesstaaten am 2. Oktober nur noch weiter eskalieren wird. „Obwohl politische Gewalt hier schon seit Jahren zum Alltag gehört, hat sich die Situation heute durch die Art und Weise, wie Bolsonaro die Gewalt als Mittel zur Lösung politischer Konflikte propagiert, noch verschärft“, so Pablo Nunes, Leiter der Denkfabrik CESeC.

Auf nationaler Ebene haben Lulas Sicherheitskräfte mehr Personal angefordert, um mit den Bedrohungen fertig zu werden. Der 76-Jährige trägt jetzt bei öffentlichen Veranstaltungen eine kugelsichere Weste. Sein Wahlkampf beginnt diese Woche mit Kundgebungen in São Paulo und Belo Horizonte.

Wahlen in Brasilien: Bolsonaro war bereits Opfer von Gewalt

Ironischerweise ist das prominenteste Opfer von Gewalt in den letzten Jahren Bolsonaro, der bei einer Wahlkampfveranstaltung im September 2018 niedergestochen wurde, nur wenige Wochen vor der Wahl, die ihn an die Macht brachte, so The Guardian.

Er verbrachte drei Wochen im Krankenhaus und musste sich infolge des Angriffs, der von einem Einzeltäter mit psychischen Problemen verübt wurde, Operationen unterziehen. Der Vorfall hat seine Einstellung jedoch nicht beeinträchtigt. (Ares Abasi)

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