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Bolsonaro erleichtert Goldabbau in Amazonas-Region – Regenwalde-Zerstörung geht weiter

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Von: Lukas Zigo

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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro spricht während einer Pressekonferenz.
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro spricht während einer Pressekonferenz. © Raul Spinasse/dpa

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro erlässt Dekrete zur weiteren Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Auch Angriffe auf Indigene Völker nehmen stark zu.

São Paulo – Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat illegale Praktiken zur Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes legalisiert. Er hat zwei Dekrete zur Förderung des Goldabbaus in der Amazonas-Region erlassen. Behörden sollen damit unter anderem verpflichtetet werden, in vereinfachten Verfahren Schürfgenehmigungen zu erteilen, wie die brasilianische Regierung am Montag (14.02.2022/Ortszeit) laut der Tageszeitung Folha de São Paulo mitteilte.

Zugleich soll die Verfolgung und die Bestrafung von illegalen Goldschürfern erschwert werden. Vertreter der Ureinwohner sowie Umweltschutzorganisationen protestieren scharf gegen die Neuregelungen. Sie warnten vor einer weiteren Vergiftung der Flüsse, denn für den Goldabbau werden Quecksilber und Bauxit benutzt.

Brasilien – Bolsonaros Dekrete sollen „bewährte Praktiken für die Entwicklung der Region“ fördern

Demnach heißt es in den von Bolsonaro erlassenen Dekreten, dass der Kleinbergbau und „bewährte Praktiken für die Entwicklung der Region“ gefördert werden sollten. Gleichzeitig wurde eine interministerielle Kommission für den handwerklichen Bergbau eingesetzt, die neun „Schwerpunktregionen“ für den Goldabbau auflistete. Darunter befindet sich auch der Amazonas-Regenwald, in dem zahlreiche Schutzgebiete für indigene Völker ausgewiesen sind.

Schon im Wahlkampf 2018 hatte Bolsonaro angekündigt, die wirtschaftliche Ausbeutung der Amazonas-Region vorantreiben zu wollen. Die illegale Vernichtung des Regenwaldes nahm während seiner Amtszeit zu und erreichte 2021 den höchsten Stand seit 15 Jahren.

Immer mehr Goldschürfer drangen in indigene Schutzgebiete ein, schlugen Schneisen in den Regenwald und verseuchten die Flüsse. Offiziellen Angaben der brasilianischen Staatsanwaltschaft zufolge gibt es rund 4.000 solcher Goldschürfer-Camps. Umweltschützer:innen und indigene Aktivist:innen schätzen die Zahl sehr viel höher ein.

Brasilianische Indigene besitzen ihr Land – Angriffe auf sie nehmen stark zu

Angaben des Indianeremissionsrates CIMI zufolge hat die Gewalt gegen Ureinwohner:innen und das illegale Eindringen in deren Gebiete seit dem Amtsantritt von Bolsonaro 2019 noch einmal dramatisch zugenommen. Dabei haben die Ureinwohner:innen ein in der brasilianischen Verfassung festgeschriebenen Recht auf das Land, auf dem sie leben. Die Nutzung ist ausschließlich den indigenen Völkern vorbehalten. (lz/epd)

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