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Tödliche Schießerei in Colorado

Boulder: Waffenlobby feierte kurz vor Amoklauf Sieg gegen strengere Regeln

  • VonMirko Schmid
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Die Ortsgruppe der Waffenlobby NRA in Colorado feierte nur eine Woche vor dem Anschlag von Boulder einen Sieg vor Gericht gegen eine geplante Waffenkontrollverordnung.

  • Die Colorado State Shooting Association (CSSA) ist der Landesverband der Waffenlobbyorganisation NRA in Colorado.
  • Eine Woche vor der tödlichen Schießerei in Boulder im US-Bundesstaat Colorado feierte sie ein waffenfreundliches Gerichtsurteil.
  • Auch nach der Schießerei will die CSSA von verschärften Waffengesetzen in den USA nichts wissen.

Boulder - In Boulder, Colorado, kommt es zu einer tödlichen Schießerei. Ein 21-jähriger Mann aus Nevada nimmt zehn Menschen das Leben, bevor er entwaffnet und lediglich mit einer Unterhose bekleidet abgeführt wird. Er soll zur Verrichtung seiner tödlichen Tat ein halbautomatisches Sturmgewehr des Typs AR-15 genutzt haben, das in den USA in Waffengeschäften für jedermann frei erhältlich ist. Wie nach jeder tödlichen Massenerschießung werden Stimmen laut, die eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA fordern. Die Waffenlobby sieht das anders.

Boulder in Colorado: Eine Woche vor der tödlichen Schießerei feierte die NRA hier einen Sieg gegen eine Waffenkontrollverordnung des Stadtrates.

Die Waffenlobbyorganisation CSSA, Landesverband der NRA in Colorado, feiert Gerichtsurteil

Die Colorado State Shooting Association (CSSA) feierte nur eine Woche vor der tödlichen Schießerei von Boulder öffentlich ein Gerichtsurteil, durch das eine vom Stadtrat von Boulder verabschiedete Waffenkontrollverordnung widerrufen wurde. Dies hielt die CSSA, den offiziellen Landesverband der Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA), nicht davon ab, am Dienstag (23. März 2021) auf Twitter „die Notwendigkeit“ zu betonen, nun um die Verstorbenen zu trauern und gleichzeitig mitzuteilen, dass es „jetzt nicht an der Zeit“ sei, über eine Reform der Waffengesetze zu diskutieren. Stattdessen warnt die CSSA vor einer „emotionalen Sensationslust“.

In ihrer Erklärung betrauert die CSSA eingangs den Tod des erschossenen Polizisten Eric Talley und schreibt: „Wir müssen uns um diejenigen versammeln, die den Verlust derer ertragen, die sie kannten, liebten und schätzten. Wir dürfen einem mörderischen Monster keine Bekanntheit, keinen Ruhm und keine Presse verleihen.“ Der Name des Täters, so die CSSA, solle nicht genannt, nicht geschrieben werden. Er verdiene keinen Platz im allgemeinen Gedächtnis.

Der NRA-Landesverband CSSA will Diskussion über Waffengesetze nach Anschlag von Boulder verschieben

Ohne Umschweif wird die CSSA anschließend politisch: „Es wird eine Zeit für eine Debatte über Waffengesetze geben. Es wird eine Zeit für eine Diskussion über Motive geben. Es wird eine Zeit für ein Gespräch darüber geben, wie dies hätte verhindert werden können. Aber heute ist nicht die Zeit. Heute ist die Zeit für Trauer und Heilung.“ Und die Waffenlobby-Organisation wird noch deutlicher: „Heute ist kein Tag, um unsere Erinnerung mit der Art von emotionalem Sensationalismus zu trüben, der unweigerlich durch die praktischen Fakten der Sicherheit unserer Gemeinschaften widerlegt wird.“

Die Erklärung verwundert wenig, hatte doch dieselbe CSSA eine Woche zuvor auf Twitter einen „Sieg“ vor Gericht über den Stadtrat von Boulder gefeiert und ein Statement der NRA-Unterorganisation „Institute of Legal Action“ geteilt, in dem es heißt: „Der Richter hat entschieden, dass das Verbot des Besitzes und der Weitergabe von ‚Angriffswaffen‘ und Zehn-Schuss-Magazinen durch die Stadt Boulder durch das staatliche Recht nicht gedeckt ist und widerrufen wurde.“ Das Statement führt ein Anzeigebild mit dem Schriftzug „NRA Victory“. Unter dem Schriftzug befindet sich eine Art Logo. In diesem Logo ist eine Schusswaffe illustriert, die an das beim Anschlag von Boulder genutzte Sturmgewehr vom Typ AR-15 erinnert. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © CHET STRANGE/afp

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