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Bosnien-Wahl: Neuauszählung – Putin-Freund Dodik könnte noch verlieren

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Von: Moritz Serif

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Man kennt sich: Mirolad Dodik (li.), einer von drei Präsidenten der Republika Srpska, und der russische Machthaber Wladimir Putin.
Man kennt sich: Milorad Dodik (li.), einer von drei Präsidenten der Republika Srpska, und der russische Machthaber Wladimir Putin. © IMAGO / ITAR-TASS

Bei der Bosnien-Wahl könnte es zu Wahlbetrug gekommen sein. Nun ordnete die Wahlkommission eine Neuauszählung der Stimmen an.

Sarajaevo – Der Vorwurf lautet Wahlbetrug: Nun werden die Stimmen zur Präsidentschaftswahl in der serbischen Teilrepublik in Bosnien-Herzegowina neu ausgezählt. Wie die Wahlkommission am Montag (10. Oktober) bekannt gab, sprachen sich sechs von sieben Mitgliedern der Kommission für eine Neuauszählung in den 2239 Wahllokalen der Republika Srpska aus.

Dort hatte nach der ersten Auszählung angeblich der serbisch-nationalistische Hardliner und Putin-Freund Milorad Dodik die Präsidentenwahl in der Teilrepublik mit rund 48 Prozent der Stimmen gewonnen. Der Oppositionskandidatin Jelena Trivic von der PDP wurden nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen lediglich 43 Prozent beigemessen. Laut Opposition sei dies „Betrug“ gewesen. Nur eine Neuauszählung, welche die Wahlkommission nun anordnete, könne das Ergebnis korrigieren.

Bosnien-Wahl: Betrug? Neuauszählung von Wahlkommission angeordnet

Kommissionspräsident Suad Arnautovic sagte, „Beweise, Videoaufnahmen und Dokumente, die unzweifelhaft beweisen, dass der Prozess nicht sauber war und dass die Ergebnisse nicht bestätigt werden können“, machten dies notwendig. Die ebenfalls nationalistische Wirtschaftsprofessorin Trivic hatte noch am Wahlabend am 2. Oktober ihren Sieg verkündet, später zog die 39-Jährige die von der Wahlkommission verbreiteten Zahlen in Zweifel und sprach von Wahlbetrug.

Es gebe „hunderte Fälle von Unregelmäßigkeiten“, hatte der Chef der Partei Demokratischer Fortschritt (PDP), Branislav Borennovic, betont. Auch die Serbische Demokratische Partei (SDS) forderte eine Neuauszählung. Die Opposition sprach von Unregelmäßigkeiten bei „über 65.000 Stimmen“

Bosnien-Wahl: Dodik weist Forderungen zurück

Dodik hatte die Forderungen nach einer Neuauszählung zurückgewiesen und seinen Sieg „einwandfrei“ genannt. Der 63-jährige Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin ist seit mehr als 15 Jahren der Anführer der bosnischen Serben. Die Präsidentschaft der serbischen Teilrepublik hatte er bereits zwei Mal inne. Er hatte auch in der EU Sorgen ausgelöst, weil er Abspaltungstendenzen der Teilrepublik von der Zentralregierung in Bosnien schürte.

Viktor Orban, der ungarische Premier, rief zur Wahl von Dodik auf und trommelte dementsprechend die Werbetrommel. Dodik kündigte im Wahlkampf immer wieder an, dass die Republika Srpska in spätestens 30 Jahren ein „unabhängiger Staat“ seien werde. (mse mit Material der Nachrichtenagentur afp)

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