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OB-Wahl in Tübingen: Politische Figur Palmer am Ende?

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Von: Kira Müller

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Boris Palmer will sich nach verlorener Wahl aus der Tübinger Politik zurückziehen. Für eine Wiederwahl muss er sich gegen zwei Konkurrentinnen durchsetzen.

Stuttgart – Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, will sich nach verlorener Wiederwahl aus der Politik zurückziehen. „Wenn ich diese Wahl nicht für mich entscheiden kann, ist die politische Figur Boris Palmer am Ende“, sagte der 50-Jährige am Samstag (15. Oktober). Dann sei er Privatmensch und werde sich auch in der Partei mit Wortmeldungen zurückhalten. Dennoch: Parteimitglied der Grünen wolle er bleiben.

Boris Palmer steht vor seinen Wahlplakaten für die kommende Oberbürgermeisterwahl in Tübingen.
Boris Palmer stellte sein Wahlprogramm für die kommende Oberbürgermeisterwahl in Tübingen vor. © Marijan Murat/dpa

Bors Palmer - zur Person

NameBoris Palmer
Geburtstag28. Mai 1972
Eltern/GeschwisterErika und Helmut Palmer/Patrick (Jahrgang 1974)
HeimatortGeradstetten im Remstal bei Stuttgart
StudiumMathematik und Geschichte in Tübingen und Sydney
Mitglied des Landtags Baden-Württemberg (Grüne)2001-2007
Amtsantritt Oberbürgermeister Tübingen2007
Amtsantritt nach Wiederwahl2015
Mögliche Wiederwahl als OB23. Oktober 2022

Größte Konkurrentinnen bei Wahl: Ulrike Baumgärtner und Sofie Geisel

Insgesamt 16 Jahre lang war Boris Palmer Stadtoberhaupt in Tübingen. Nun tritt er erneut zur Oberbürgermeisterwahl am 23. Oktober an – dieses Mal als unabhängiger Kandidat. Seine Mitgliedschaft bei den Grünen ruht bis Ende 2023 wegen eines Streits um Tabubrüche und Rassismusvorwürfe.

Boris Palmer, Ulrike Baumgärtner und Sofie Geisel
Zur Oberbürgermeisterwahl treten zwei Frauen und vier Männer an: (von links) Boris Palmer, Ulrike Baumgärtner, Sofie Geisel. © Bernd Weißbrod/dpa

Seine größten Konkurrentinnen bei der Wahl sind Ulrike Baumgärtner (Grüne) und Sofie Geisel (SPD, von der FDP unterstützt).
Er wolle gerne weitermachen, wenn er eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich habe, sagte Palmer weiter.

Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wolle er schon nach dem ersten Wahlgang aufhören. „Dann bin ich Pensionär, habe drei Kinder und setze mich bei schönem Wetter aufs Fahrrad. Ich hatte die vergangenen 20 Jahre sowieso viel zu wenig Zeit für die Familie“, erklärt Palmer dazu. (Kira Müller mit dpa)

Zuletzt hatte Boris Palmer Aufsehen erregt, weil er als erster Grünen-Politiker eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken in Erwägung zieht – seine Partei lehne dieses strikt ab. Außerdem war er zu Gast bei Markus Lanz im ZDF und forderte, den gesamten Strompreis-Mechanismus „außer Kraft zu setzen“.

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