Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Coronavirus - Tübingen
+
Tübingen ist seit Mitte März 2021 Modellprojekt. (Archivfoto)

Pandemie

Tübinger Modellversuch: Chaos um tägliche Fallzahlen – OB Palmer äußert sich

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
    schließen

Tübingen ist Modellprojekt. Doch die aktuellen Corona-Zahlen zu finden, ist nicht einfach. OB Boris Palmer erklärt, woran das liegt.

Tübingen – Seit dem 16.03.2021 ist Tübingen Modellprojekt. Oberbürgermeister Boris Palmer möchte durch eine umfangreiche Teststrategie ein gesellschaftliches Leben ermöglichen – ganz ohne Lockdown. Zwischenzeitlich durften Restaurants und Cafés wieder öffnen. Da die Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen wieder anstiegen, musste die Außengastronomie wieder schließen. Zwischenzeitlich lieferte sich der Oberbürgermeister unter anderem eine Diskussion mit SPD-Politiker Karl Lauterbach.

Dieser sieht das Modell kritisch. Tübingen schaffe es nicht. Menschen auf dem Land würden in die Stadt ziehen und das Virus mit in den Kreis bringen. Auch das Gastro- und Verkaufspersonal lebe dort. „Testen statt Lockdown ist Wunschdenken“, schrieb Lauterbach in sozialen Netzwerken und veröffentlichte eine Grafik, die zeigt, wie die Inzidenz im Landkreis Tübingen anstieg. Daraufhin meldete sich Palmer zu Wort. „Ihre Zahlen sind aus dem Landkreis. Die Stadt hat völlig andere Zahlen. Erst informieren, dann urteilen“, antwortete der Oberbürgermeister.

Palmers Modellprojekt: Tübingen veröffentlicht keine täglichen Corona-Zahlen

Doch gibt es überhaupt offizielle Zahlen der Stadt Tübingen? Werden Bürgerinnen und Bürger, die in der Stadt des Modellversuches leben, täglich informiert? Laut tuebingen.de veröffentlicht das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg die Fallzahlen. Dort taucht die Stadt Tübingen jedoch nicht auf, da sie weder Landkreis, noch Stadtkreis ist. Auf der Homepage der Stadt heißt es weiter, dass das Landratsamt Tübingen die Corona-Neuinfektionen einmal pro Woche veröffentliche, aber nicht täglich. Doch woran liegt das?

Auf Nachfrage von fr.de erklärt das Landratsamt: „Wir brechen nicht jeden Tag die Fallzahlen auf Städte und Gemeinden herunter, da dies a) nicht unsere Aufgabe ist, b) das Ganze einen entsprechenden Aufwand bedeutet, den wir bei all den anderen Aufgaben nicht zusätzlich leisten können und c) das Bild verzerrt wäre“, heißt es von der Pressestelle des Landratsamtes. Zuständig für die Veröffentlichung der Fallzahlen Tübingens sei das Sozialministerium Baden-Württembergs, das sich auch für das Projekt „Modellversuch Tübingen“ als zuständig erklärt habe, verantwortlich.

Corona-Infektionen: Sozialministerium Baden-Württemberg veröffentlicht keine täglichen Zahlen

Doch auch das Sozialministerium Baden-Württembergs veröffentlich offenbar keine Corona-Fallzahlen. „Im Lagebericht werden nur die Landkreiszahlen veröffentlicht. Die Inzidenz für Tübingen liegt aber trotzdem vor. Anbei die aktuellen Zahlen“, erklärt Pascal Murmann, stellvertretender Pressesprecher, verweist allerdings auf ein Dokument, dass jedoch nicht öffentlich einsehbar ist. Daraus ergeben sich neue Fragezeichen.

In der Stadt, die mit ihrem Modellprojekt als Vorbild dienen möchte, wurden vom 12.03. bis zum 17.03. gar keine 7-Tages-Inzidenzen erhoben. Am 19.03. wurde ebenfalls kein Inzidenzwert veröffentlicht. Boris Palmer selbst findet das „bedauerlich“. „Ich habe auf die Zahlen keinen Zugriff und hätte das von Anfang an gerne so gemacht“, verriet der Oberbürgermeister gegenüber fr.de. Aufgrund der Kompetenzverteilung gibt es aktuell somit keine täglichen Zahlen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. (Moritz Serif)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare