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Boris Palmer

Pilotprojekt zu Corona-Ausweg – Tübingen testet Lockerungen

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
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Unterstützt wird Palmers Modellversuch von der Universität Tübingen und dem Bundesland Baden-Württemberg.

Tübingen – Es ist der bundesweit erste Modellversuch, bei dem Lockerungen und neue Umgänge mit der Corona-Pandemie erprobt werden sollen. Mit Zustimmung des Bundeslandes Baden-Württemberg hat Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) seit gestern, 16.03.2021, Außengastronomie, Kultur und Kinos geöffnet - zeitlich befristet bis zum 04.04.2021 und ermöglicht durch Schnelltests.

Getestet werden soll auch dort, wo eigentlich keine Überprüfung vorgeschrieben ist. Die Wahl ist laut Baden-Württemberg auf Tübingen gefallen, da die Universitätsstadt bereits mit einem Konzept in Altenheimen und in der Bevölkerungen Erfahrungen im Umgang mit den Neuinfektionen sammeln konnte.

Corona-Modellversuch in Tübingen: Boris Palmer öffnet mit Testkonzept

„Wir erhoffen uns von dem Projekt, dass wir damit einen Weg finden, den Menschen etwas mehr Normalität zu ermöglichen. Den Branchen, die besonders vom Lockdown betroffen sind, eröffnen wir damit hoffentlich neue Perspektiven – all das ohne Abstriche bei der Sicherheit eingehen zu müssen“, gab Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bekannt.

Boris Palmer (Grüne). (Archivfoto)

„Testen ist eines der Instrumente, die aus dieser Krise führen, die den Menschen wieder mehr von ihrem alten Leben zurückgeben können. Diese Pandemie hat den Bürgerinnen und Bürgern schon unendlich viel abverlangt“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU).

Boris Palmers Modellversuch: Steigende Inzidenzen - richtiger Zeitpunkt?

Der Modellversuch könnte allerdings für Kritik sorgen, da die Inzidenzen in Deutschland aktuell immer weiter ansteigen. So prognostizierte das Robert Koch-Institut (RKI), dass diese an Ostern bundesweit einem Wert von 300 erreichen könnten. Auch die vorläufige Unterbrechung des Impfens mit Astrazeneca könnte sich darauf auswirken.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) geht in Zeiten von Corona neue Wege.

„Diese Sichtweise ist keine Fantasie von einzelnen Professorinnen und Professoren ist, sondern dass das die amtliche Auffassung ist von dem, was uns in den nächsten Wochen bevorsteht“, sagte Virologe Christian Drosten jüngst in seinem Podcast beim „NDR“. Palmers Testlauf birgt also ein gewisses Risiko. Dennoch hält der Oberbürgermeister den Modellversuch für notwendig.

Tübingen: Boris Palmer erhofft sich, Corona-Inzidenzen zu drücken

„Ich würde mir erhoffen, dass wir nachher bessere Infektionszahlen haben als im Durchschnitt des Landes, dass wir also so viele Infizierte entdecken, dass Infektionsketten unterbrochen werden und deswegen die Inzidenz eher nicht ansteigt. Das wäre der bestmögliche Fall, und ich finde dafür spricht viel. Wenn wir sehr intensiv testen, werden wir diejenigen finden, die normalerweise, ohne es zu wissen, die Infektion weitergeben“, sagte er der „Welt“.

Die Teststrategie sei sogar noch wichtiger, weil es länger dauere, um alle Menschen in Deutschland zu impfen. So lange sollte man nicht im Lockdown bleiben. „Weil die Leute nicht nur Lockdown-müde sind, sondern einfach erschöpft, weil es teilweise auch nicht mehr geht, weil wir die Schulen nicht wieder schließen sollten“, führte Boris Palmer weiter aus. Schnelltests könnten „eine gute Brücke sein“.

Palmers Modellversuch wird von der Universität Tübingen wissenschaftlich begleitet

Der Modellversuch wird von der Universität Tübingen wissenschaftlich begleitet. Baden-Württemberg betonte in einer Pressemitteilung, dass man auch in Zeiten von steigender Inzidenzen Erfahrungen sammeln wolle. Am 16.03.2021 lag die Inzidenz in Tübingen bei 42,9. Spielraum für ein Testkonzept ist also vorhanden. Dennoch bleibt selbstverständlich das Risiko bestehen, dass die Neuinfektionen zunehmen. (Moritz Serif)

Rubriklistenbild: © Jochen Eckel/Imago Images

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