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Oberbürgermeister von Tübingen

Boris Palmer bekommt Unterstützung von Sahra Wagenknecht

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sieht sich mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Jetzt springt ihm die Linke Sahra Wagenknecht zur Seite. 

Frankfurt/Tübingen - Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister von Tübingen, droht wegen erneuter Rassismusvorwürfe der Ausschluss aus seiner Partei. Ein diesbezügliches Verfahren hatte der Grünen-Parteitag am Samstag (08.05.2021) beschlossen.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Debattenbeitrag auf Faceboock, indem der OB den ehemaligen Fußballer Dennis Aogo als „schlimmen Rassisten“ bezeichnet und rassistische Vokabeln eines Accounts namens „Nadine Pahl“ verwendet hatte. Doch Palmer fühlt sich keiner Schuld bewusst, er habe keine Aufmerksamkeit generieren wollen, vielmehr sehe er eine „Cancel Culture“, die eine gesellschaftliche Bedrohung darstelle.

Der Grüne Boris Palmer bekommt häufig Applaus von der AfD

Und weiter sei das „erkennbar ein vollkommen grotesker Rassismusvorwurf mit einer noch absurderen Begründung. So was nennt man Satire“, rechtfertigte er sich auf Facebook. Diese Rechtfertigungsversuche kommen nicht bei allen gleichermaßen glaubwürdig an, immerhin wurde dem Grünen in der Vergangenheit schon häufig Rassismus vorgeworfen.

Boris Palmer preist sein Tübinger Corona-Modell - jetzt droht ihm der Parteiausschluss.

In die Karten spielt seinen Kritiker:innen, dass er stets Applaus von der extremen Rechten bekommt. Auch in der aktuellen Causa springt ihm die AfD zur Seite. Jörg Meuthen etwa, AfD-Bundessprecher, spricht auf Twitter von „Sauertöpfischen selbstgerechten Supermoralisten“, die Boris Palmer „rauswerfen wollten“. Wer denn solch eine Partei wähle, sei es doch die Wahl einer „existenzvernichtenden Sprachpolizei“ - der Tweet wurde unter anderen von der AfD Bayern und von Erika Steinbach geteilt.

Sahra Wagenknecht lobt Palmers Corona-Politik

Doch nicht nur innerhalb der AfD erhält Palmer Zuspruch. Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat den umstrittenen Tübinger Bürgermeister gegen den Rassismus-Vorwurf in Schutz genommen. Wagenknecht sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, Palmer habe mit einem Post bei Facebook provoziert, den man nicht gut finden müsse. „Aber er hat ihn klar als Satire kenntlich gemacht.“

Im Übrigen, so Wagenknecht weiter, habe Boris Palmer als Politiker in der Corona-Krise mit dem Tübinger Modell einen Erfolg versprechenden Weg aufgezeigt, mehr Freiheiten zu ermöglichen und zugleich das Virus einzudämmen. „Das war beispielhaft. Und ich finde, ein Oberbürgermeister sollte mehr daran gemessen werden, was er real leistet, als an der Makellosigkeit seiner Tweets.“

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Palmer-Post: Wie kommt Sahra Wagenknecht auf Kenntlichmachung der Satire?

Wie Wagenknecht darauf kommt, dass der Post als Satire kenntlich gemacht gewesen sei, ist fraglich. Palmer hat keine Anführungszeichen verwendet und die Aussage auch nicht erklärend eingeordnet. Sie stand für sich und konnte insofern als Palmers Haltung verstanden werden. (Katja Thorwarth)

Rubriklistenbild: © Tom Weller /dpa

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