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Boris Palmer und die Grünen: „Gemeinsam den Graben wieder zuschütten“

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Von: Nail Akkoyun

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Nach seiner Wiederwahl in Tübingen könnte Boris Palmer wieder Vollmitglied bei den Grünen werden – zumindest wenn es nach einigen Parteikolleg:innen geht.

Tübingen/Stuttgart – Grünen-Politiker:innen aus Baden-Württemberg haben sich nach dem Erfolg von Boris Palmer bei der Oberbürgermeisterwahl in Tübingen für eine Wiederannäherung ausgesprochen – darunter Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Landespartei und der Tübinger Oberbürgermeister sollten sich bald verständigen, sagte Kretschmann am Dienstag (25. Oktober) in Stuttgart. Palmers Mitgliedschaft bei den Grünen ruht derzeit wegen Streitereien um Tabubrüche und Rassismusvorwürfe.

„Ich freue mich über seine Wiederwahl“, sagte Kretschmann. Der 50-jährige Palmer sei ein „erfolgreicher Oberbürgermeister, vor allem in den grünen Kernthemen“. Ihm sei es gelungen, Tübingen wirtschaftlich und bei der Nachhaltigkeit voranzubringen. Das habe die Bürgerschaft in der Universitätsstadt honoriert.

Palmer, der als unabhängiger Bewerber angetreten war, hatte die OB-Wahl am Sonntag (23. Oktober) mit 52,4 Prozent im ersten Wahlgang für sich entschieden. Die Kandidatin der Grünen, Ulrike Baumgärtner, landete bei nur 22 Prozent. Der Landesverband in Stuttgart gratulierte Palmer am Montag zur Wiederwahl. Auf die Frage, ob die Wahl Einfluss auf die ruhende Parteimitgliedschaft habe, sagte eine Sprecherin, es seien schon Gespräche für das nächste Jahr vereinbart.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer während eines Wahlkampfauftritts im September.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer während eines Wahlkampfauftritts im September. © Ulmer/Imago

Die Grünen: Neben Boris Palmer müssen „sich alle ein bisschen bewegen“

„Boris Palmer konnte die Menschen vor Ort von seiner Arbeit überzeugen, gerade auch bei den großen Themen Klimaschutz und Wirtschaft“, betonte auch Landesfinanzminister Danyal Bayaz im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) – nahm dabei aber auch den wiedergewählten Oberbürgermeister in die Pflicht: „Ich sehe damit die Chance für eine Annäherung zwischen ihm und der Partei. Dafür werden alle Akteure etwas beitragen müssen, auch Boris Palmer selbst.“

Der frühere Grünen-Landesvorsitzende und Ex-Kreisvorstand in Tübingen, Chris Kühn, sagte dem RND: „Wir tun in Tübingen jetzt alle gut daran, die Hände auszustrecken und gemeinsam den Graben wieder zuzuschütten, der in den letzten Jahren entstanden ist. Dabei müssen sich aber alle ein bisschen bewegen.“ Die Grünen sollten jedenfalls „nicht warten, bis aus der ruhenden Mitgliedschaft von Boris Palmer wieder eine aktive Mitgliedschaft wird.“

Am Sonntag war Palmer für weitere acht Jahre als OB in der Universitätsstadt gewählt worden. Er ist seit 16 Jahren Rathauschef in Tübingen. Palmer war wegen innerparteilichen Zoffs nicht für die Grünen, sondern als unabhängiger Kandidat angetreten. Seine Parteimitgliedschaft ruht noch bis Ende 2023. (nak mit dpa)

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