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Boris Palmer: Tübinger OB will eigene Kinder nicht gegen Corona impfen lassen

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Von: Christian Stör

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Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister in Tübingen, und eine laute Stimme in ganz Deutschland.
Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister in Tübingen, und eine laute Stimme in ganz Deutschland. © Pressefoto ULMER/Imago

Der Tübinger OB Boris Palmer ist sich „ziemlich sicher”, dass eine Infektion mit dem Coronavirus für Kinder ein geringeres Risiko darstellt als eine Impfung.

Tübingen – Boris Palmer ist ja immer so ein Fall für sich. Der Oberbürgermeister von Tübingen ist seit Jahren als so eine Art Querdenker bekannt. Galt er zunächst aber nur als einer der alten Schule, so hat er sich mit seinen rassistischen und sonstigen Ausfällen* doch inzwischen eher der neuen Schule angenähert. Dieser Kategorie gehören dann eher die „Querdenker“ an, also die in Gänsefüßchen.

Jedenfalls gibt Boris Palmer zu jedem Thema seinen Senf ab, seit anderthalb Jahren natürlich besonders ausgeprägt zur Corona*-Pandemie. Denn Palmer will sich nicht mundtot machen lassen*, von nichts und niemanden, schon gar nicht von den Linken, die angeblich Sprechverbote und was noch alles mehr verhängen. Stichwort: Cancel Culture. Allerdings ist Boris Palmer noch immer gern gesehener Interviewgast, totgeschwiegen wird seine Meinung also nirgends. Ein Forum, das er gerne benutzt, ist dabei die Bild-Zeitung, der er auch jetzt wieder seine Meinung kundgetan hat.

Boris Palmer lässt eigene Kinder nicht impfen

Diesmal ging es um eine Diskussion, die seit Tagen Politik und Fachwelt spaltet. Erst am vergangenen Montag (02.08.2021) hatte die Konferenz der Gesundheitsminister:innen der Länder und des Bundes beschlossen, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren eine Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen, Impfzentren und Schulen anzubieten. Dagegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige bisher nur bei Vorliegen besonderer Risiken.

Boris Palmer will seine eigenen Kinder nämlich nicht impfen lassen. Der Politiker der Grünen* sprach davon, er sei sich „ziemlich sicher“, dass das Risiko für die Kinder größer bei der Impfung sei als bei der Infektion mit dem Coronavirus: „Also muss man sich für das Risiko der Infektion dann entscheiden.“ Seine Kinder würden es „mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht merken, wenn sie die Corona-Infektion bekommen.“

Boris Palmer will keine Schulschließungen

Palmer hält auch nichts von präventiven Schulschließungen. Grundsätzlich sei es ohnehin sehr wahrscheinlich, „dass im nächsten Schuljahr viele die Infektion bekommen werden“. Bedenken muss man bei diesen Aussagen allerdings auch den Umstand, dass Palmers älteste Tochter nach Angaben der Bild-Zeitung erst elf Jahre alt ist. Persönlich ist seine Familie derzeit also noch gar nicht von der Debatte betroffen.

NameBoris Erasmus Palmer
PositionOberbürgermeister Tübingen (seit 2007)
ParteiBündnis 90/Die Grünen
Geboren28. Mai 1972

Boris Palmer droht derzeit der Ausschluss aus seiner Partei. Die Grünen in Baden-Württemberg am 05.05.2021 ein entsprechendes Verfahren hatte eingeleitet. Zuvor hatte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock* erklärt, dass Palmer die Unterstützung der Partei verloren habe. (Christian Stör) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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