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UN-Vollversammlung

Muppets und Macron - wilder Auftritt von Boris Johnson bei Vereinten Nationen

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Der britische Premier Boris Johnson bietet bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York eine denkwürdige Show.

New York - Vieles am britischen Premierminister Boris Johnson kann guten Gewissens als „wirr“ bezeichnet werden. Und dabei muss nicht zwangsläufig von der Frisur des 57-Jährigen die Rede sein. Jetzt hat Johnson seinen Auftritt vor der UN-Vollversammlung dazu genutzt, seine Tradition absurd-komischer Reden vor der Weltöffentlichkeit fortzusetzen. Thema diesmal: der globale Klimawandel. Mit Blick auf die zu scheitern drohende Klimakonferenz Cop 26 in Glasgow im November rief der britische Premier in seiner Ansprache bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am Mittwochabend (22.09.2021) zu größeren Anstrengungen auf. „Wir haben eine großartige Macht, Dinge zu ändern oder zum Besseren zu verändern, und eine großartige Macht, uns selbst zu retten“, sagte er.

So weit, so unspektakulär. Auch, dass Boris Johnson betonte, Klimamaßnahmen würden nicht nur dem Planeten helfen, sondern auch den Volkswirtschaften, kann keinesfalls als besonders abwegig oder wirr eingestuft werden. Aber dann hob der Brite zu einem Bild an, das nicht jedem sofort zugänglich sein dürfte: „Als Kermit der Frosch ‚Es ist nicht leicht, grün zu sein‘ sang - Erinnern Sie sich dran? - Ich möchte, dass Sie wissen, dass er falsch lag. Er lag falsch. Es ist nicht nur einfach, es ist lukrativ und es ist richtig, grün zu sein!“, so Johnson über die bekannte Froschfigur aus der Muppet Show. Er fügte hinzu: „Mal ganz davon abgesehen, dass er auch zu Miss Piggy unnötig grob war, wie ich finde.“

Die Frisur sitzt: Boris Johnson auf dem Weg zum Rednerpult bei den Vereinten Nationen in New York.

Boris Johnson: „Große Wälder aus wunderschönen Windkraftanlagen“

Weiter sang Boris Johnson - um im Bild zu bleiben - neben dem Loblied auf Pflanzen und Bäume - auch eines auf die Windenergie. Auf die typische Boris Johnson Art und Weise: „Wir haben in den überschwemmten Prärien von Doggerland zwischen Großbritannien und Holland in der Nordsee große Wälder aus wunderschönen Windkraftanlagen angelegt. Tatsächlich produzieren wir so viel Offshore-Wind, dass ich darüber nachdenke, meinen Namen zu Ehren des Gottes des Nordwinds in Boreas Johnson zu ändern.“

Wirr oder einfach nur albern, wie man ihn kennt? Man weiß es nicht. Anschließend dankte der britische Ministerpräsident jedenfalls noch Chinas Staatspräsident Xi Jinping für seine Ankündigung, keine Kohlekraftwerke mehr zu exportieren. Es gab ein Lob für US-Präsidenten Joe Biden, wegen dessen Versprechen von Milliarden zusätzlichen Dollar an Klimahilfen. Ebenso schwärmte Johnson von moderner Technik, mit der man CO2 „absorbieren und in Brownies tun könne“.

Der Premier machte dabei auch klar, dass der weltweite Kurs im Kampf gegen die Erderwärmung mit einem prognostizierten Temperaturanstieg von 2,7 Grad bis 2100 fatal ist. „Ich hoffe, dass Cop 26 wie ein 16. Geburtstag für die Menschheit wird, bei der es nicht viel Elend gibt, sondern eine Party, bei der wir uns dazu entscheiden, erwachsen zu werden“, sagte Johnson. Deswegen müssten bei der Klimakonferenz „die Kerzen einer brennenden Welt ausgepustet“ werden.

Die Hauptfiguren der Muppet-Show
Kermit der FroschShowmaster der Muppet Show
Miss PiggyGlamouröse und kapriziöse Schweine-Diva, in Kermit verliebt
Fozzie BärEin zotteliger Bär mit Porkpie-Hut und rosa gepunktetem Halstuch, der sich als Komiker versucht
GonzoEin Stuntman, dem allerdings keiner seiner Stunts gelingt

Boris Johnson: Verbalattacke gegen Emmanuel Macron

Am Rande der Konferenz fand Johnson dann noch Zeit, eine kleine Verbalattacke gegen seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron zu fahren. Nach der wütenden Reaktion Frankreichs auf den britischen Verteidigungspakt mit den USA und Australien forderte Johnson Macron dazu auf, sich „in den Griff zu bekommen“ und „donnez-moi un break“ zu machen.

In einer einigermaßen undiplomatischen Mischung aus Englisch und Französisch, die britische Zeitung Independent nennt es „Franglais“, sagte der Premierminister: „Ich denke nur, es ist an der Zeit, dass einige unserer besten Freunde in der weiten Welt sich in den Griff bekommen und donnez-moi un break. Denn dies wäre grundsätzlich ein großer Fortschritt für die globale Sicherheit.“ Auch eine Art, den umstrittenen Plan zwischen Großbritannien, Australien und den USA herunterzuspielen. So, wie es eben nur Boris Johnson kann. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © EDUARDO MUNOZ via www.imago-images.de

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