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Mitarbeiter-Exodus bei Johnson: Mehrere Berater treten zurück

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Englands Premier Boris Johnson geht nach der Veröffentlichung des Berichts zur Partygate-Affäre mit gesenktem Kopf an der Downing Street 10 vorbei.
Steht wegen des Berichts zur Partygate-Affäre unter Druck: Englands Premier Boris Johnson. © Jonathan Brady/dpa

Mehrere Mitarbeiter von Boris Johnson räumen ihre Posten. Die Beweggründe sind bisher unklar.

London – Massen-Rücktritt beim britischen Premierminister Boris Johnson. Binnen Stunden traten am Donnerstag (03.02.2022) vier Führungskräfte seines Teams zurück: Stabschef Dan Rosenfield, Privatsekretär Martin Reynolds, Kommunikationschef Jack Doyle und Chef-Politikberaterin Munir Mirza. Mirza, die 14 Jahre lang für Johnson gearbeitet hat, hielt ihm vor, sich nicht für umstrittene Äußerungen über den Chef der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, entschuldigt zu haben. Die Beweggründe der Männer wurden zunächst nicht bekannt. Aus Konservativen-Kreisen verlautete, drei Mitglieder des Johnsons-Teams stünden in direkter Verbindung mit den weithin kritisierten „Lockdown-Partys“. Ihr Rückzug deute auf einen Neustart-Versuch hin.

Als erste hatte Chefberaterin Mirza am Donnerstag (03.02.2022) Johnson den Rücken gekehrt und dies mit den Angriffen des Premierministers auf Starmer begründet. Der Regierungschef hatte Starmer am Montag (01.02.2022) in einer hitzigen Parlamentsdebatte vorgeworfen, es in seiner Zeit als Chef der Staatsanwaltschaft versäumt zu haben, den bekannten, inzwischen verstorbenen Rundfunk-Moderator Jimmy Savile wegen sexuellen Missbrauchs in Hunderten Fällen anzuklagen. Starmer war in seiner Funktion aber nicht dafür zuständig, auch wenn diese Behauptung in den sozialen Medien kursiert. Johnsons Wiederholung entsprechender falscher Darstellungen rief Kritik auch in den eigenen Reihen hervor.

Boris Johnson: Mehrere Mitarbeiter treten zurück

Mirza sagte laut dem Magazin „The Spectator“, die Anschuldigung sei unfair und entbehre jeder Grundlage. Sie hoffe, Johnson könne sich doch noch zu einer Entschuldigung durchringen. Johnson hatte erklärt, er habe Starmer nicht persönlich angehen wollen. Eine Entschuldigung lieferte er aber nicht. Im Rundfunk sagte Johnson am Donnerstag (03.02.2022), er bedauere den Rücktritt seiner Mitarbeiterin. Mit ihrer Einschätzung, dass seine Äußerungen unangemessen gewesen seien, stimme er aber nicht überein.

Auch Finanzminister Rishi Sunak kritisierte Großbritanniens Premierminister für dessen Angriff auf den Oppositionspolitiker. Auf die Frage, ob Johnson sich hätte entschuldigen sollen, sagte Sunak: „Um ehrlich zu sein, ich hätte das nicht gesagt, und ich bin froh, dass der Premierminister seine Äußerungen klargestellt hat.“ Sunak gilt als Favorit für den Posten des Premierministers, sollte Johnson zurücktreten müssen.

Großbritannien: Zwischenbericht zu den „Lockdown-Partys“ von Boris Johnson

Laut der Zeitung „Daily Mail“ soll Kommunikationschef Doyle seine Demission bereits länger geplant haben. Einen Zusammenhang mit dem Rücktritt Mirzas gebe es nicht, so das Blatt. Ein Sprecher Johnsons bestätigte, dass Doyle nicht mehr Teil der Regierungsmannschaft sei. Das Büro des Premierminister erklärte zudem, Johnson habe die Rücktrittsgesuche von Stabschef Rosenfield und Privatsekretär Reynolds angenommen. Beide würden aber vorerst auf ihren Posten bleiben.

Johnson hat angekündigt, das Management seiner Regierung zu verbessern, nachdem die Spitzenbeamtin Sue Gray am Montag (01.02.2022) einen Zwischenbericht zu den „Lockdown-Partys“ veröffentlicht hatte. Sie attestierte der Regierung schweres Führungsversagen und ein mangelndes Urteilsvermögen. Einige der Zusammenkünfte in der Downing Street hätten nicht stattfinden dürfen, andere seien aus dem Ruder gelaufen. Johnson hatte sich daraufhin entschuldigt, Rücktrittsforderungen der Opposition jedoch zurückgewiesen. (Reuters)

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