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Boris Johnson ändert wohl seine Hochzeitspläne

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Von: Tobias Utz, Stefan Krieger

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Ende Juli wollen Boris und Carrie Johnson ein rauschendes Hochzeitsfest feiern – an einem Ort, der dem Premier vorbehalten ist. Nun gibt es offenbar eine Planänderung.

+++ 15.00 Uhr: Boris Johnson wollte eigentlich Ende Juli seine Hochzeit auf dem Landsitz Chequers feiern. Nach seinem Rücktritt als Tory-Parteichef muss er nun offenbar seine Planungen ändern. Das berichten verschiedene britische Medien, unter anderem Mirror und Sun.

Johnson soll zuvor geplant haben, die Hochzeit mit seiner Frau Carrie am 30. Juni auf dem Landsitz nachzufeiern. Er hatte seine Frau bereits 2021 geheiratet. Aufgrund der damals geltenden Corona-Maßnahmen wurde jedoch nur im kleinen Kreis gefeiert. Nach Johnsons Rücktritt hatten die Pläne für massive öffentliche Kritik gesorgt. Was Johnson nun für die Hochzeit plant, ließen die genannten Medienberichte offen. Weitere Details sind bisher nicht bekannt.

Boris Johnson
Boris Johnson in der Downing Street. © Daniel Leal / AFP

Erstmeldung vom Freitag, 8. Juli, 11.00 Uhr: London – Boris Johnson ist Geschichte, jedenfalls ein bisschen. Wer dem noch amtierenden Premierminister Großbritanniens bei seiner Rücktrittrede zuhörte, kann nicht glauben, dass er in Wahrheit abgesägt ist. Seine Stellungnahme am Donnerstagmittag war sinnbildlich für seine Regierungszeit. Die Verantwortung für seinen Rücktritt gab Johnson jedem anderen, nur nicht sich selbst. Johnson präsentierte sich, wie er es all die Jahre zuvor auch getan hat: selbstbewusst, ohne Zweifel, unschuldig.

Dennoch war das Ende unausweichlich. Mehr als 50 Rücktritte von konservativen Parteifreunden waren letztlich ein zu deutliches Zeichen, dass die Partei ihren Chef nicht mehr stützte. Nach beispiellosem Druck seiner Partei und dem Rücktritt von mehr als 50 parlamentarischen Regierungsmitgliedern gab es keinen Ausweg mehr. Direkter Auslöser für den Rücktritt war der Skandal um Chris Pincher. Boris Johnson musste letztlich einräumen, dass er von Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den Tory-Parteifreund gewusst hatte. Seit Dienstagabend traten mehr als 50 Konservative von Regierungsämtern zurück. Doch Johnson hat noch immer Verbündete. „Das Land wird diesen Tag bereuen“, sagte der Abgeordnete Christopher Chope. „Einen großartigen Mann“, nannte ein weiterer Abgeordneter Johnson.

Boris Johnson: Geplante Hochzeit im Amtssitz

Damit repräsentieren die Abgeordneten aber offensichtlich nicht die Meinung der Mehrheit der Briten. Erleichterung machte sich nach dem Rücktritt auch in Westminster breit. Medienberichten zufolge sah er bis zum Schluss nicht ein, warum er zurücktreten musste. Die Zeitung Mirror berichtete, Johnson bleibe auch deshalb noch Premier, weil er Ende Juli seine Hochzeit in Chequers feiern wolle. Als offizieller Landsitz der britischen Premierminister steht Chequers aber nur dem amtierenden Premier offen. Wäre Boris Johnson nicht mehr im Amt, müsste er sich für die Feierlichkeiten einen weniger feudalen Austragungsort suchen.

Residenz britischer Premierminister - Chequers
Da lässt sich's feiern: Chequers, offizieller Landsitz des Premierministers in der Nähe von Ellesborough in Buckinghamshire. © Steve Parsons/dpa

Sadiq Khan von der oppositionellen Labourpartei und Bürgermeister von London kommentierte die Vorwürfe leicht zynisch: „Auch wenn wir alle gern ein rauschendes Hochzeitsfest auf Kosten des Steuerzahlers in Chequers haben würden, wird er das nicht tun können, weil die britische Öffentlichkeit es abscheulich finden wird“, sagte Khan im Sender LBC Radio.

Viele Parteikollegen wollen die Lage aber sowieso vorher geklärt haben. Darauf setzt auch die Opposition. Labour-Chef Keir Starmer hat ein Misstrauensvotum im Parlament angekündigt. Sollte die Regierung das verlieren, käme es zu einer Neuwahl. In den Umfragen führt Labour. An der grundsätzlichen Ausrichtung Englands im Verhältnis zur EU dürfte sich aber auch im Falle eines Wahlsiegs von Labour nicht viel ändern. Starmer hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass eine Rückkehr der Briten in die Europäische Union auch für Labour kein Thema sei. (skr/dpa)

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