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Nach dem Rücktritt: Boris Johnson wird als Sondergesandter für die Ukraine gehandelt

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Von: Vincent Büssow

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Ukraine-Krieg - Premierminister Johnson in Kiew
Boris Johnson präsentiert sich im Ukraine-Konflikt als Macher. Nach seinem angekündigten Rücktritt wird er als Sondergesandter für das Kriegsgebiet gehandelt. (Archivbild) © dpa

Boris Johnsons Tage als Premierminister sind gezählt. Einem Medienbericht zufolge soll er jetzt Sondergesandter für die Ukraine werden. Was steckt dahinter?

London – Seit der Ankündigung von Boris Johnson, als Premierminister von Großbritannien zurücktreten zu wollen, war die Zukunft um den schillernden Politiker ungewiss. Schnell begannen die Spekulationen darüber, wie sich Johnson doch noch an der Macht halten könnte. Jetzt geht allerdings ein anderer Vorschlag um, der dem frisch abgedankten Parteiführer der Konservativen seinen Platz auf der Weltbühne sowie einen Rest Würde bewahren könnte. Boris Johnson soll als Sondergesandter für die Ukraine gehandelt werden, wie die britische Zeitung Sun meldet.

Für Boris Johnson war der Beginn des Ukraine-Kriegs Ende Februar ein Geschenk des Himmels. Die vielen Krisen rund um den Premierminister traten plötzlich in den Hintergrund, Rücktrittsaufforderungen wurden zurückgenommen, und Johnson konnte sich als Macher in dem Konflikt präsentieren. Während Olaf Scholz noch mit der vermeintlich persönlichen Beleidigung Steinmeiers durch den ukrainischen Präsidenten Selenskyj rang, traf Johnson bereits überraschend in Kiew ein. Der angekündigte Rücktritt von Johnson stieß dementsprechend auf Freude aus Russland und Unglücksbekundungen aus der Ukraine. Die Ränkeschmiede hinter dem neuen Vorschlag wollen auf dieser Wahrnehmung aufbauen.

Boris Johnson als Sondergesandter für die Ukraine: Pläne werden auf höchster Ebene erwogen

Die Idee, Johnson als Sondergesandten für die Ukraine umzupositionieren, soll von ehemaligen hochrangigen Regierungsberatern aus Großbritannien kommen. Dies berichtet die Sun unter Berufung auf anonyme Quellen. Demnach werde der Plan bereits auf den höchsten Ebenen erwogen. Neben dem Regierungskabinett und anderen erfahrenen Beamten soll der Vorschlag auch dem Team um Johnson selbst unterbracht worden sein.

Boris Johnson
Geburtsdatum19. Juni 1964
GeburtsortNew York City, USA
AmtPremierminister des Vereinigten Königreichs
ParteiConservative Party

Boris Johnson im Ukraine-Krieg: Neue Rolle nach Rücktritt als Premierminister gesucht

Die Beamten, die von der Sun zitiert werden, versuchen Johnsons Erfahrung mit dem Ukraine-Konflikt hervorzuheben. Der Premierminister habe intimes Wissen über alle involvierten Parteien, soll es dabei heißen. Eine Quelle aus der Downing Street habe außerdem betont, dass Johnson „laserfokussiert“ darauf sei, den Krieg zu beenden. An anderer Stelle werde hingegen mit Blick auf Johnsons polarisierende Persönlichkeit davon gesprochen, dass diese „außergewöhnlichen Umstände“ eine „außergewöhnliche Person“ forderten.

Johnsons Aufgaben als Sondergesandter für die Ukraine würden die Beförderung von Waffen und militärischer Unterstützung beinhalten. Er würde außerdem eine Rolle bei zukünftigen Friedensverhandlungen spielen. Aus Regierungskreisen gab es noch keine Äußerungen zu dem Bericht. (vbu)

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