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Großbritannien

Boris Johnson gibt alles zu: private Lockdown-Partys in der Downing Street

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Boris Johnson feierte Lockdowns-Partys in seinem Amtssitz. Das sei auch nicht verboten gewesen, so der britische Premier.

London - Der britische Premierminister Boris Johnson leugnet, im vergangenen Jahr während des Lockdowns gegen die gültigen Corona-Regeln verstoßen zu haben. „Alle gültigen Richtlinien sind von [Downing Street] Nummer 10 befolgt worden“, sagte Johnson am Mittwoch (01.12.2021) im Londoner Unterhaus auf die Frage nach einer angeblichen Weihnachtsfeier im Dezember 2020, bei der sich Dutzende Mitarbeiter vergnügt haben sollen, während sich der Rest des Landes im strikten Lockdown befand.

Der Labour-Vorsitzende Keir Starmer warf Johnson daraufhin vor, die Öffentlichkeit zu belügen: „Der Premierminister leugnet nicht, dass es letztes Jahr eine Weihnachtsfeier in der Downing Street gab. Er sagt, es seien keine Regeln gebrochen worden. Beides zusammen kann nicht wahr sein. Er hält die britische Öffentlichkeit zum Narren.“

Boris Johnson: „Saufgelage in der Downing Street“

Starmer zitierte aus den „eindeutigen“ Covid-Regeln von damals, als Großbritannien unter die Lockdown-Beschränkungen fiel, die besagten: „Es dürfen keine Weihnachtsessen oder Weihnachtsfeiern am Arbeitsplatz veranstaltet werden“. Starmer fügte hinzu: „Glaubt der Premierminister wirklich, dass es für ihn und seine Freunde in Ordnung war, ein Saufgelage in der Downing Street zu veranstalten, während es dem Rest der Bevölkerung im letzten Jahr verboten war, die Lieben zu Weihnachten zu sehen?“

Der britische Premierminister Boris Johnson beim ganz legalen Weihnachtssingen mit Kindern in der Downing Street.

Der Mirror berichtete neben der angeblich von Johnson geduldeten Weihnachtsfeier noch von einer weiteren Party in der Downing Street im November 2020, bei der Johnson zum Abschied eines Beraters selbst eine Rede gehalten haben soll. Bei beiden Feiern sollen 40 bis 50 Menschen dabei gewesen sein, was unter den damaligen Corona-Beschränkungen illegal gewesen wäre. Eine vom Mirror zitierte, nicht-genannte Insider-Quelle erzählte: „Es war ein Corona-Alptraum. Eine zweite, ebenfalls nicht namentlich genannte Quelle gab an, dass es in der Downing Street auf dem Höhepunkt des zweiten Lockdowns „viele gesellschaftliche Zusammenkünfte“ gegeben haben soll.

Corona in Großbritannien: „Eine Regel für sie, eine andere Regel für alle anderen“

Durch die gesamte Pandemie hinweg mussten sich die konservative Regierung von Boris Johnson und ihre Berater immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, ihre eigens verhängten Regeln selbst nicht einzuhalten. So war Ex-Berater Dominic Cummings bei einer unerlaubten Fahrt durchs Land erwischt worden und Ex-Gesundheitsminister Matt Hancock verlor seinen Job, nachdem seine Lockdown-Affäre mit einer Mitarbeiterin aufgeflogen war. „Eine Regel für sie, eine andere Regel für alle anderen“ ist zum geflügelten Ausdruck im Land geworden.

Zuvor hatte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid betont, dass „alle Regeln eingehalten worden wären“, wenn es in der Vorweihnachtszeit Partys gegeben hätte. Und weiter: „Ich weiß nicht, wer an diesen Partys teilgenommen hat - aber ich glaube nicht, dass es überhaupt Partys gab. Zumindest nicht, soweit ich es weiß.“ (Stefan Krieger mit dpa)

Rubriklistenbild: © Frank Augstein/dpa

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