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Corona in Großbritannien

Massiver Gegenwind für Boris Johnson – Vorwürfe zu Aussagen über Corona-Lockdown

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
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Der Druck auf den britischen Premierminister Boris Johnson in der Corona-Pandemie steigt. Werden ihm seine angeblichen Kommentare zum Verhängnis?

Update vom Dienstag, 27.04.2021, 12.30 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät wegen angeblicher Aussagen zum Corona-Lockdown immer stärker unter Druck. Zunächst hatte die Zeitung „The Daily Mail“ berichtet, Boris Johnson habe im Oktober 2020 bei einem Treffen in der Downing Street gesagt: „Kein verdammter Lockdown mehr – lassen Sie die Leichen zu Tausenden anhäufen.“

Während Johnson und Regierungsmitglieder den Vorwurf bestreiten, berufen sich nun mehrere andere Medien, zum Beispiel die „BBC“, auf Quellen, die den Bericht bestätigen. Dem „Guardian“ zufolge bekräftigte eine nicht namentlich genannte Quelle einen Bericht im Fernsehsender „ITV“. Dort hieß es, der Kommentar sei nicht während eines Treffens mit Ministern in der Downing Street, sondern danach gefallen.

Vorwürfe gegen Boris Johnson in Corona-Pandemie: „Schlag in die Magengrube“

Die Quelle sagte dem „Guardian“, Boris Johnsons Kommentar sei von wenigen Menschen außerhalb von Johnsons Büro gehört worden. Eine zweite Quelle, die den Ausruf nicht selbst gehört hatte, sagte offenbar, dass es im vergangenen Jahr „Gerede“ über die Bemerkung gegeben habe. Diese Person erinnerte sich an den Ausspruch allerdings als „Kein verdammter Lockdown mehr – egal, was die Konsequenzen sind.“

Für die Mitglieder der Gruppe „Covid-19 Bereaved Families for Justice“ (Hinterbliebene für Gerechtigkeit) waren die angeblichen Kommentare ein „Schlag in die Magengrube für alle Trauernden“ und verstärkten ihre Wut über die Behauptung der Regierung, sie sei monatelang zu beschäftigt, um eine öffentliche Untersuchung über den Umgang des Vereinigten Königreichs mit der Pandemie einzuleiten.

Der britische Premierminister Boris Johnson steht in der Corona-Pandemie zunehmend unter Druck.

„Lieber Leichen zu Tausenden anhäufen“ – War Boris Johnson gegen den Lockdown?

Erstmeldung vom Montag, 26.04.2021: London - Britische Regierungskreise bestritten am Montag (26.04.2021) Berichte, wonach Premierminister Boris Johnson gesagt haben soll, er würde lieber Leichen „zu Tausenden“ anhäufen, als einen dritten Lockdown des Landes anzuordnen, um die Coronavirus-Infektionen in Großbritannien einzudämmen.

Johnson sieht sich in britischen Zeitungen einer Reihe von Vorwürfen ausgesetzt, die von seiner zögerlichen anfänglichen Bewältigung der COVID-19-Krise bis zu Fragen darüber reichen, wer die Renovierung seiner offiziellen Wohnung in der Londoner Downing Street 10 finanziert hat. Johnson hatte im Januar einen dritten Lockdown verhängt, obwohl Kritiker sagen, dies hätte vermieden werden können, wenn er dem Druck hochrangiger Minister nachgegeben hätte, den zweiten Lockdown des Landes strenger zu gestalten.

Vorwürfe gegen Johnson „Comedy-Kapitel in einer Klatschgeschichte“

Die Zeitung Daily Mail zitiert nicht genannte Quellen mit den Worten, dass Johnson im Oktober, kurz nachdem er dem zweiten Lockdown zugestimmt hatte, bei einem Treffen in der Downing Street gesagt haben soll: „Kein verdammter Lockdown mehr - lassen Sie die Leichen zu Tausenden anhäufen.“

Boris Johnson sieht sich heftigen Anschuldigungen ausgesetzt.

Verteidigungsminister Ben Wallace bestritt diese Aussagen unterdessen. Wallace sagte gegenüber Sky News: „Das ist nicht wahr - das wurde von praktisch jedem kategorisch bestritten.“ Wallace meinte, solche Meldungen wären „eine Art von Comedy-Kapitel in einer Klatschgeschichte. Wissen Sie - unbenannte Quellen von unbenannten Beratern, die über unbenannte Ereignisse sprechen. Sie sollten wissen - nichts davon ist wahr“, so Wallace.

Corona in England: Boris Johnson gegen Ex-Berater Dominic Cummings

Johnsons Gegner werfen dem Premierminister vor, er habe nach der Ausbreitung des Coronavirus in Großbritannien zu langsam gehandelt, und die Strategie eines Lockdowns zur Bekämpfung der Pandemie in entscheidenden Momenten verzögert. Johnson habe sich zudem den Forderungen nach einer sofortigen Aufarbeitung der Bewältigung der Krise in Großbritannien widersetzt. Boris Johnson vertritt die These, seine Regierung hätte zwar sicher nicht alles richtig gemacht, aber sehr schnell Entscheidungen getroffen und eines der besten Impfprogramme der Welt auf den Weg gebracht.

Boris Johnson beschuldigt seinen ehemaligen Chefberater Dominic Cummings die Quelle für Lecks über interne Vorgänge zu sein. Cummings wies die Vorwürfe umgehend zurück und bezeichnete Boris Johnson als „inkompetent“. Cummings, Architekt der Brexit-Kampagne für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, hatte den Mitarbeiterstab des britischen Premiers Ende des vergangenen Jahres überraschend verlassen. Er warf Johnson zudem vor, eine interne Untersuchung wegen eines Leaks im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen blockiert zu haben, weil der dafür Verantwortliche ein enger Freund seiner Verlobten Carrie Symonds gewesen sei.

Corona-Virus

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Boris Johnson unter Druck: Spendengelder zur Renovierung der Privatwohnung?

Boris Johnson sieht sich jetzt wachsendem Druck ausgesetzt, Stellung zu Vorwürfen seines früheren Chefberaters zu beziehen. Dabei geht es auch um die Renovierung seiner Wohnung in der Downing Street, die angeblich heimlich mit Privatspenden finanziert worden sei. Die Labour-Abgeordnete Jess Phillips bestätigte am Sonntag (25.04.2021) im Sender Sky News Pläne ihrer Partei, in der kommenden Woche im Parlament eine Dringlichkeitsanfrage zu den Vorwürfen zu stellen.

Johnsons Büro wies unterdessen die Anschuldigungen zurück und erklärte, alle „meldepflichtigen Spenden“ würden transparent offengelegt. Zudem habe sich der Premierminister „nie in eine Untersuchung über undichte Stellen in der Regierung eingemischt“. In einer schriftlichen Stellungnahme an das Parlament hatte ein Regierungsvertreter am Freitag versichert, Johnson habe die Renovierungskosten „aus eigener Tasche“ getragen. Ob er dabei möglicherweise Spenden zurückgezahlt hatte, blieb offen. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Mark Thomas / i-Images via www.imago-images.de

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