Trump-Anwalt Giuliani

Kompromittierende Szenen mit Rudy Giuliani: „Borat“ geht erneut auf Giuliani ein

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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  • Mirko Schmid
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Sacha Baron Cohen treibt erneut als „Borat“ sein Unwesen in den USA. Nach einem Vorfall mit Rudy Giuliana nimmt „Borat“ diesen nun in Schutz - scheinbar.

  • Sacha Baron Cohen liefert 14 Jahre nach dem ersten Teil eine „Borat“-Fortsetzung – pünktlich zur US-Wahl am 3. November.
  • Eine zentrale Rolle spielt Rudy Giuliani, der Mann fürs Grobe hinter Donald Trump. Er ist in kompromittierenden Szenen zu sehen.
  • Jetzt hat „Borat“ den Berater von Trump in Schutz genommen.
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Update vom Dienstag, 27.10.2020, 12.39 Uhr: Die Kunstfigur „Borat“ hat das Verhalten von Donald Trumps Anwalt und Berater Rudolph Giuliani nach einem kompromittierenden Video ironisch in Schutz genommen. Einvernehmlicher Sex eines Mannes mit einer 15-Jährigen sei von den „Fake-News-Medien“ in etwas „ekelhaftes“ verwandelt worden, so „Borat“ in einem Video. Damit bezieht Sacha Baron Cohen als „Borat“ Stellung zu einem Vorfall, mit dem Guiliani unfreiwillig Protagonist des kommenden „Borat“-Films von Cohen geworden war.

In der Szene hatte die angebliche 15-jährige Tochter von „Borat“ – eigentlich die 24-jährige Schauspielerin Maria Bakalova – Giuliani das Angebot gemacht, sie auf ihr Zimmer zu begleiten. Giuliani war darauf vor versteckter Kamera eingegangen und hatte sich im Zimmer auf ein Bett gelegt und seine Hand in seine Hose geführt. Kurz darauf wurde die Szene von „Borat“ beendet.

Giuliani wehrt sich gegen Darstellung in „Borat“-Film

Giuliani hatte die Szene als „gestellt“ bezeichnet. Er habe lediglich sein Hemd wieder in seine Hose gesteckt, nachdem das Aufnahmeequipment entfernt wurde. Cohen bezeichnete er als „eiskalten Lügner“, der seine „Enthüllungen“ über die Familie Biden entwerten wolle.

Donald Trump beschimpft „Borat“ als „widerlichen Kerl“

Update vom Sonntag, 25.10.2020, 07.38 Uhr: Angesprochen auf die Fortsetzung des Filmes „Borat“ von Sacha Baron Cohen hat US-Präsident Donald Trump seine Abneigung gegenüber dem britischen Schauspieler kundgetan. „Das ist ein widerlicher Kerl“, sagte Trump, den er selbst auch „nicht lustig“ fände. Den Film selbst habe Trump aber nicht gesehen, sagte der US-Präsident gegenüber Journalist:innen.

In seiner Fortsetzung schlüpft Cohen erneut in die Rolle des „Borat“, eines Journalisten aus Kasachstan, der die USA bereist. Prominentes Opfer seiner Streiche ist in der neuen Ausgabe Rudy Giuliani, Donald Trumps persönlicher Anwalt. Der US-Präsident sagte, er wisse zwar nicht, was genau sich ereignet habe. Trump erinnerte sich aber gleichzeitig daran, dass Cohen auch ihn selbst vor Jahren einmal besucht hatte – damals noch in der Rolle des „Ali G.“: „Vor Jahren hat er schon einmal versucht, mich reinzulegen. Aber ich war der einzige, der sagte: keine Chance.“

„Borat“-Schauspieler Sacha Baron Cohen traf Donald Trump 2003

Tatsächlich hatte Sacha Baron Cohen alias „Ali G.“ im Jahr 2003 Donald Trump im Rahmen seiner damaligen HBO-Sendung einen Besuch abgestattet. Trump lehnte das Interview-Gesuch aber nicht ab, wie er nun suggeriert. Vielmehr traf sich der damals noch als Immobilienmakler tätige Trump mit dem britischen Schauspieler in seinem Büro im Trump Tower in New York.

„Borat“ trifft Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani

Erstmeldung vom Donnerstag, 22.10.2020, 13.08 Uhr: New York City – Rudy Giuliani macht weiter Schlagzeilen. Der persönliche Anwalt von Donald Trump, der sich zuletzt immer wieder harter Kritik ausgesetzt sah, spielt im neuen Film des Filmemachers und Schauspielers Sacha Baron Cohen eine besonders unrühmliche Rolle. Versteckte Kameras in einem Hotelzimmer, ein auf dem Bett liegender Giuliani, eine vorgeblich minderjährige Tochter von „Borat“ und eine Hand in der Hose ergeben zusammen ein verstörendes Bild.

Sacha Baron Cohen schlüpft in die Rolle des „Borat“, der sich wiederum als Donald Trump verkleidet und Mike Pence einen Besuch abstattet.

Rudy Giuliani ist im Team Donald Trump für den schmutzigen Wahlkampf zuständig

Wenige Tage vor der US-Wahl am 3. November gerät Donald Trumps persönlicher Jurist und frühere Bürgermeister von New York immer mehr in den Mittelpunkt der medialen Schlammschlacht. Die Liste von angeblichen oder tatsächlichen Verfehlungen des Mannes fürs Grobe im Umfeld des Präsidenten Trump wird immer länger. Vor Wochen waren Ermittlungen gegen einen russischen Spion bekannt geworden, die mediales Aufsehen erregten. Rudy Giuliani soll Andriy Derkach damit beauftragt haben, Beweismittel gegen Joe Biden zu „produzieren“, de facto zu fälschen.

Nur wenige Wochen später war es wieder Rudy Giuliani, der mit fragwürdigen Beweismitteln gegen den Demokraten Joe Biden für öffentlichen Wirbel sorgte. Die Behauptungen lesen sich abenteuerlich: Bidens Sohn Hunter soll einen Laptop zur Reparatur gegeben haben, der massenweise kompromittierendes Material gegen seinen Vater (Korruption in der Ukraine) und gegen Hunter Biden selbst (Besitz von Bildern mit minderjährigen Mädchen und sexuellem Inhalt, Anbahnung sexueller Kontakte zu einer 14-Jährigen) enthalten habe. Rein zufällig seien diese „Beweismittel“ bei Giuliani gelandet, der bis kurz vor der Wahl wartete, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani liegt auf dem Hotelbett und greift vor „Borats Tochter“ in seine Hose

Und jetzt sieht sich der Republikaner Rudy Giuliani, der Mann für „das Crack- und Sex-Zeug“ im Wahlkampf von Donald Trump, selbst dem Vorwurf ausgesetzt, es mit seinen sexuellen Trieben nicht so genau genommen zu haben. Das kam so: Im Rahmen der Dreharbeiten zum neuen Cohen-Werk „Borat Subsequent Moviefilm“ wird Giuliani von einer vermeintlich rechts-konservativen Reporterin interviewt – Borats „Tochter“ Tutar.

Und die Chemie scheint zu stimmen. Die Fragen der jungen Schauspielerin in der Rolle einer Journalistin fallen äußerst gefällig für Donald Trump und seinen Advokaten aus. Aber auch auf persönlicher Ebene finden beide schnell zueinander, sodass Giuliani gerne zustimmt, als die vermeintliche Tutar Sagdiyev (gespielt von Maria Bakalova, bekannt aus der Serie „Gomorrah“) ihn auf ein paar Drinks in ihr Hotelzimmer einlädt. Nachdem sie sein Mikrofon abgenommen hat, liegt der 76-jährige Giuliani auf dem Bett, spielt mit seinem Hemd und greift in seine Hose. 

Sacha Baron Cohen alias „Borat“ stürmt das Zimmer: Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani ruft die Polizei

Doch die prickelnde Atmosphäre findet ihr jähes Ende, als ein – laut Rudy Giuliani – „absurd“ aussehender Mann in „wie ich sagen würde, einem rosa Transgenderoutfit“ den Raum stürmt. „Es war ein rosa Bikini mit Spitze und einem durchscheinenden Netzoberteil. Er trug Bart, hatte nackte Beine und war nicht das, was ich als atemberaubend attraktiv bezeichnen würde“, erinnert sich Giuliani. Da der Mann dann auch noch rumgeschrien habe („Sie ist zu alt für dich, sie ist 15!“), habe Giuliani die Polizei verständigt. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt offensichtlich immer noch nicht registriert, dass er hier gerade von Sacha Baron Cohen alias Borat Sagdiyev vorgeführt worden war.

Reue, etwa darüber, seine Machtstellung ausgenutzt zu haben, um sexuelle Gefälligkeiten einer vermeintlich jungen und aufstrebenden Journalistin zu erhalten, zeigt Rudy Giuliani nicht. Er schwankt vielmehr zwischen Anschuldigungen gegenüber Sacha Baron Cohen („eiskalter Lügner“) und Rechtfertigungen. Er habe nur sein Mikro entfernen und das Hemd wieder in die Hose schieben wollen. Diese Darstellung stützen auch andere Personen, die offenbar bereits Einblicke in den Film hatten. Balakova alias Tutar Sagdiyev habe ihm, Giuliani, anschließend von ihren Problemen erzählt, also habe man zusammen gebetet.

Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani sollte die eigene Medizin kosten

Ganz zufällig ereignete sich die Anekdote wohl nicht. War Rudy Giuliani zuletzt immer wieder durch besonders schmutzige Wahlkampftricks für Donald Trump und gegen Joe Biden aufgefallen und in den US-amerikanischen Medien diskutiert worden, sollte er nun seine eigene Medizin kosten, vermutet ein Analyst des „Guardian“.

Gestützt wird diese These davon, dass der Film mit der Aufforderung endet, zur Präsidentschaftswahl am 3. November wählen zu gehen. Bereits nach der chaotischen TV-Debatte zwischen Biden und Trump hatte sich „Borat“ eingeschaltet und Donald Trump, den „Beschützer von Frauen“ überschwänglich gelobt. „Borat Subsequent Moviefilm“ ist ab dem 23. Oktober 2020 in der Mediathek von Amazon Prime zu sehen. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska / dpa

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