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Bonhoeffer

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Dietrich Bonhoeffer muss sich am frühen Morgen des 9. April 1945 nackt ausziehen. Im Konzentrationslager Flossenbürg führen ihn die Wachen auf Befehl von Adolf Hitler zum Galgen und richten ihn hin. Der lutherische Theologe und Leiter eines Predigerseminars der Bekennenden Kirche war einer der letzten NS-Gegner, die das Unrechtsregime mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung brachte.

Bonhoeffer genießt heutzutage hohes Ansehen. Nicht nur bei Protestanten und Katholiken. Das war nicht immer so. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten NS-Widerstandskämpfer oder deren Angehörige Jahrzehnte kämpfen, bis entsprechende Urteile des NS-Regimes für nichtig erklärt und damit Bonhoeffer und andere für unschuldig erklärt wurden.

Formell geschah dies in Deutschland erst 1998 mit dem „Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege“. Erst danach konnten Entschädigungen für Verfolgte des Naziregimes gezahlt werden.

Es ging aber nicht nur um Geld. Viele im Nachkriegsdeutschland taten sich schwer mit dem vielfältigen Widerstand gegen Nationalsozialisten. Die NS-Propaganda, wonach Bonhoeffer, Mitglieder von Gruppen wie der Weißen Rose oder der Roten Kapelle „Verräter“ oder „Wehrkraftzersetzer“ waren, wirkte nach.

Der Werdegang von Widerständlern widerlegt zudem die Mär, man habe gegen die da oben sowieso nichts unternehmen können.

Sehr früh erinnerte die DDR an Antifaschisten – etwa mit Straßennamen oder Denkmälern. Ost-Berlin ehrte allerdings nicht alle, sondern vor allem Kommunisten und Sozialisten. Auch die Bundesrepublik würdigte nach und nach Widerständler.

Derzeit läuft in den Kinos Oliver Hirschbiegels Film „Elser – Er hätte die Welt verändert“. Johann Georg Elsers geplantes Attentat auf Hitler scheiterte am 8. November 1939. Er wollte den Krieg beenden. Elser wurde ebenfalls am 9. April 1945 hingerichtet. Einen Monat vor der Kapitulation.

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