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Das undurchdringbare Grenzgebiet von Guayana ist heiß begehrt bei Brasilianern.

Brasilien

Böses Blut zwischen Nachbarn im Regenwald: Bolsonaro wirft Macron Kolonialismus vor

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Die Grenze zwischen Brasilien und Frankreichs Überseegebiet Guayana verläuft tief im Amazonas-Schutzgebiet.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro will die Soforthilfe der G7-Staatengruppe im Umfang von 20 Millionen Euro nur dann annehmen, wenn unter anderem der französische Amtskollege Emmanuel Macron seine „Beleidigungen“ zurücknimmt. Der verbale und überaus giftige Schlagabtausch zwischen den beiden Staatschefs birgt im Kern den Vorwurf Bolsonaros, Macron verhalte sich „kolonialistisch“, wenn er die nationale Souveränität des größten Landes Südamerikas bei der Brandbekämpfung im Amazonasgebiet infrage stelle.

„Kolonialdenken“ – das Wort scheint so hingeworfen, muss es aber nicht sein. Während Brasilien eine portugiesische Kolonie war, verfügte das ehemals weltumspannende „Empire“ Frankreichs in Südamerika seit dem 16. Jahrhundert über eine Sklavenkolonie. Sie mutierte später über die Stadt Cayenne zu einer eigentlichen Strafkolonie, die im Roman „Papillon“ (verfilmt mit Steve McQueen in der Hauptrolle) auf schaurige Weise verewigt ist. Heute ist das Übersee-Departement Guayana vor allem bekannt für sein Weltraumzentrum Kourou, an dessen Starts von Satelliten-Raketen auch Deutschland über die Europäische Raumfahrtagentur ESA beteiligt ist.

Französisch-Guayana: 97 Prozent des Territoriums besteht aus gut erhaltenem Regenwald

Die tief im Regenwald verlaufende Grenze zwischen Brasilien und Französisch-Guayana hat in der Historie immer wieder für böses Blut gesorgt. Im 19. Jahrhundert kam es gar zu Militäreinsätzen zwischen Frankreich und dem mittlerweile unabhängigen Brasilien. Heute ziehen Tausende von brasilianischen Migranten und Goldgräbern in das französische Gebiet. Es hat einen höheren Lebensstandard hat als seine Nachbarn Surinam (ehemals Holland) und Brasilien, lebt aber vor allem von Subventionen: 90 Prozent der Wirtschaft in Guayana sind staatlich finanziert; 31 Prozent der 270.000 Einwohner sind Beamte.

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Französisch-Guayana ist fast nur an der Küste besiedelt; 97 Prozent seines Territoriums besteht aus gut erhaltenem Regenwald. Macron betonte beim G7-Gipfel in Biarritz, Frankreich besitze damit das immerhin fünftgrößte Waldgebiet der neun Amazonas-Anrainer. Fast die Hälfte davon ist unberührbare Naturschutzzone – bemerkenswert mehr als anderswo. Das Problem der Brandrodungen ist deshalb quantitativ und vergleichsweise weniger gravierend als beim Riesennachbarn Brasilien.

Amazonas-Regenwald: Auch Guayana leidet unter massiven Schädigungen seiner Umwelt

Doch auch Guayana leidet unter massiven Schädigungen seiner Umwelt. Seit 2016 vergibt Paris mehr Bergbaulizenzen an Meistbietende. Ein Verband der amerindischen Völker warf Macron am Sonntag vor, er prangere die Amazonas-Zerstörung in Brasilien und Bolivien an, habe aber „in Guayana gleichzeitig 360.000 Hektar Wald multinationalen Bergbaumultis zugesprochen“. Allerdings hat die französische Regierung im Mai das riesige, von Umweltschützern und Eingeborenen bekämpfte russisch-kanadische Goldschürfprojekt „Montagne d’Or“ verhindert.

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In Französisch-Guayana roden aber auch illegale Goldsucher Zehntausende von Hektar Wald. Mit Quecksilber und Blausäure vernichten sie die Biosphäre bis ins Erdreich hinein. Die in Guayana stationierten Fremdenlegionäre versuchen dieser Plage mit der Operation „Harpie“ seit 2008 Herr zu werden. Der Erfolg ist beschränkt. Im Juli sind beim Angriff auf eine wilde Goldgräbersiedlung drei Soldaten ums Leben gekommen.

Alles in allem ist das Verhalten Frankreichs in Guayana kaum exemplarisch. Und so monieren die französischen Grünen mit einigem Recht, Macron sollte sich besser nicht als „Schutzherr Amazoniens“ aufspielen.

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