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Bodo Ramelow hat sich bei Clubhouse Spott eingeholt.
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Bodo Ramelow hat sich bei Clubhouse Spott eingeholt.

Clubhouse

Candy-Crush statt Corona-Konferenz: Bodo Ramelow spottet über Angela Merkel

  • vonMirko Schmid
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In einer Talkrunde in der Audio-App „Clubhouse“ plaudert Bodo Ramelow aus dem Nähkästchen - und gibt sich anschließend reumütig.

  • Bodo Ramelow nimmt als Ministerpräsident von Thüringen an den Corona-Runden der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.
  • In einer Talkrunde verriet Bodo Ramelow, dass er während den Konferenzen das Handyspiel „Candy Crush“ spielt.
  • Kanzlerin Angela Merkel nennt Ramelow Merkelchen“ bei Clubhouse

Erfurt - Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich mit offenherzigen Aussagen im Rahmen einer Talkrunde in der Audio-App „Clubhouse“ in die Nesseln gesetzt. „Bis zu zehn Level ‚Candy Crush‘ schaffe ich“, soll Ramelow über seine Beschäftigung während der für die deutsche Bevölkerung wichtigen Corona-Konferenzen gesagt haben.

Ramelow plaudert vor mehr als 1.000 „Clubhouse“-Nutzer:innen aus dem Nähkästchen

Im Audio-Chat, an dem mehr als 1.000 Nutzerinnen und Nutzer der App „Clubhouse“ teilnahmen, beschwerte sich Ramelow darüber, dass die „BILD“ de facto in Echtzeit aus den Konferenzen berichtet, was heißt, dass vertrauliche Informationen brühwarm durchgestochen würden.

Eine Aussage, der sicher viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sitzungen nichts entgegenzusetzen haben. „Da können wir die Ministerpräsidentenkonferenz auch gleich hier auf Clubhouse machen und holen das Merkelchen dazu“ - gemeint war mit dieser abfälligen Bezeichnung Kanzlerin Angela Merkel.

Ministerpräsident Ramelow nennt Kanzlerin Merkel „Merkelchen“

Konfrontiert mit seiner Aussage, die nicht dezidiert frauenfreundlich gelesen werden kann, ruderte Bodo Ramelow schnell zurück. Seine Worte nannte er selbst einen „Akt männlicher Ignoranz“ und richtete seine „ehrliche Bitte um Entschuldigung“ aus - erneut auf „Clubhouse“, der App, die nur durch Einladung anderer Nutzerinnen und Nutzer zugänglich ist - und ausschließlich Besitzerinnen und Besitzern eines iPhones.

Im Vorfeld von Ramelows Entschuldigung hatte ihn bereits Thüringens CDU-Chef Christian Hirte scharf angegriffen und Ramelow „entweder einen Ausdruck von Arroganz der Macht oder Amtsmüdigkeit“ vorgeworfen. Auf Twitter schrieb der CDU-Politiker, dass „wer sein Amt als Ministerpräsident so versteht“, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger verspiele.

Die FDP Thüringens kritisiert Ramelow, den sie mit der Hilfe der AfD vorübergehend abgewählt hatte

Er reagierte damit auf einen Tweet von Bodo Ramelow selbst, der zuvor Bildchen der Spiele-App „Candy Crush“ mit dem Text versehen hatte: „Aus Gründen. Es wäre schön, wenn es keine stundenlangen Debatten mehr über Pandemieabwehr gäbe. Dann könnte ich wieder lange Autofahrten oder nervige Parteitage nutzen. Gebt uns mehr Impfstoff und Medikamente gegen SarsCov2 und lasst uns am schnellen Ende der Pandemie arbeiten!“

Auch die thüringische FDP, die sich mit dem Skandal um die Wahl ihres Spitzenkandidaten Thomas Kemmerich unter Zuhilfenahme der Stimmen der AfD um den Faschisten Björn Höcke blamiert hatte, konnte sich einen Hieb nicht verkneifen. Der parlamentarische Geschäftsführer der Thüringen-FDP, Robert-Martin Montag, urteilte: „Ramelow verbringt in den entscheidenden Beratungen seine Zeit lieber mit Daddeln.“

Eigentlich war die Teilnahme von Bodo Ramelow an der „Clubhouse“-Runde nicht geplant

Dabei war die Beteiligung von Bodo Ramelow an der Runde gar nicht geplant. Eigentlich waren SPD-Vize Kevin Kühnert und Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Stargäste des Talkformats, zu dem deren SPD-Parteifreundin Lilly Blaudszun eingeladen hatte. Blaudszun betont, dass die Runde ausdrücklich nicht als Polit-Gesprächskreis, sondern als „Trash Talk“ geplant war. In einem anschließenden Tweet ließ die junge SPD-Politikerin wissen: „Wir wollten eine Trash-Diskussion und haben sie bekommen.“

Gegenüber der dpa versuchte sich Ramelow etwas ungelenk zu erklären: „Die einen spielen Sudoku, die anderen spielen auf ihren Handys Schach oder Scrabble. Ich spiele ‚Candy Crush‘.“ Dennnoch wolle er nun „vorsichtiger“ mit Gesprächen im „Clubhouse“ umgehen. „Im Hinterkopf habe ich jetzt die Lernkurve“, so Ramelow. (Mirko Schmid)

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