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Islamismus

BND blickt auf Balkan

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Der deutsche Auslandsgeheimdienst nimmt Bosnien-Herzegowina stärker in den Fokus. Es geht vor allem um die Ausbreitung von Islamisten in der Region.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) richtet ein zunehmendes Augenmerk auf den Balkan und hier insbesondere auf Bosnien-Herzegowina. Das verlautet aus Berliner Sicherheitskreisen. In dem Zusammenhang gibt es auch eine zunehmende Kooperation mit anderen Geheimdiensten. Hauptgrund dafür sind wachsende islamistische Bestrebungen in der Region.

Bosnien-Herzegowina gilt wie alle Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien als höchst zerbrechliches Gebilde. Außerdem investieren die Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, viel Geld, um die bisher dort vorherrschende gemäßigte Spielart des Islam durch eine radikalere Variante der eigenen so genannten wahhabitischen Prägung zu verdrängen. Aus keinem europäischen Land schlossen sich, gemessen an der Bevölkerungsgröße, in den vergangenen Jahren so viele Kämpfer dschihadistischen Gruppen an wie aus Bosnien.

Die Zahl der Kämpfer des so genannten „Islamischen Staates“ geht einer Studie von 2016 zufolge in die Hunderte, die Zahl der Salafisten in die Tausende – bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 3,5 Millionen. Und schließlich ist der Balkan Transitroute für Flüchtlinge, die über die Türkei und Griechenland nach Zentraleuropa kommen – wenn die Route durch das Abkommen der EU mit der Türkei auch derzeit unterbrochen ist.

BND-Präsident Bruno Kahl sagte vor zwei Wochen bei einem Vortrag vor der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, eine treibende Kraft der internationalen Politik sei derzeit der demographische Wandel. Mehr als 7,5 Milliarden Menschen lebten gegenwärtig auf der Erde, seit dem Ende des Ost-West-Konflikts habe die Weltbevölkerung um mehr als zwei Milliarden Menschen zugenommen. Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika. Dort habe sich die Zahl der Einwohner seit 1990 verdoppelt – auf 1,26 Milliarden Menschen. Der demographische Wandel wiederum habe neben zunehmenden Flüchtlingsströmen die Entstehung schwacher Staaten zur Folge, die anfällig seien für Bürgerkriege und Terroristen als Rückzugs- bzw. Operationsgebiet dienen könnten.

Wörtlich sagte Kahl: „Der Fragile States Index 2016 liefert in diesem Zusammenhang aus deutscher Sicht ein wenig ermunterndes Bild. Dort werden Bosnien-Herzegowina, Albanien, Serbien, Mazedonien, Weißrussland, Moldawien, die Ukraine und Russland in die Kategorien Warning bis High Warning eingeordnet.“

Im Fokus des BND ist der Balkan schon länger. Dies hat mit der Tatsache zu tun, dass dort in den 90er Jahren Bundeswehr-Soldaten stationiert wurden. Im Kosovo ist die Bundeswehr immer noch – 18 Jahre nach dem Beginn des Krieges.

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