Philipp Amthor

Blaues Auge und retour nach Berlin

CDU-Jungstar Amthor sagt der Heimat Ade.

Am Freitag servierte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern ihren vormaligen Vorzeigesohn Philipp Amthor (27) ab. Der hinlänglich unbekannte Michael Sack folgt ihm als Landeschef nach (die FR berichtete). Die beiden trennen nicht nur ungefähr 20 Jahre an Lebensalter. Sack ist offensichtlich bodenständig, will zwar gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der nächsten Landtagswahl antreten, gilt aber als chancenlos.

Da war der zunehmend schillernde CDU-Jungstar Amthor von deutlich anderem Format. Im Juni 2019 konnte er sich mit einer so spitzen wie klugen juristischen Nachhilfestunde für die AfD im Bundestag erstmals positiv in Szene setzen. Aber rechtzeitig zum politischen Sommertheater 2020 ist sein zumindest zweifelhaftes Finanzgebaren medienöffentlich geworden. Das gab Haue in Vorpommern, und nun kehrt er zurück in die Bundespolitik.

Und dafür bekommt er auch von der – offensichtlich nicht nachtragenden – Heimat kräftigen Rückenwind: in Form eines guten Listenplatzes bei der Bundestagswahl 2021. Darin herrscht im Landesverband außerhalb des Protokolls Einvernehmen, wie am Freitagabend zu vernehmen war.

In der mecklenburg-vorpommerschen CDU wird Amthor nach wie vor geschätzt. Er sei „unverzichtbar“, eben „ein schlauer Fuchs“. Wirtschaftsminister Harry Glawe lobt ihn als „politisches Talent und juristisch sehr begabt“, um dann allerdings eine Warnung folgen zu lassen: „Er muss noch lernen, demütiger zu sein. Gerade vor den Wählern.“ Um die scheint der Gescholtene nun auch bemüht. Mehrmals drückte er am Freitag sein Bedauern über die Vorgänge der vergangenen Monate aus. Und er hat eingeräumt: „Nicht alles, was rechtlich möglich ist, ist auch politisch klug. Dass mir das nicht früher bewusster war, bedauere ich sehr.“ (rut/rnd)

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