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Sabotage in Dänemark? Plötzlicher Stromausfall auf Insel Bornholm

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Von: Tim Vincent Dicke

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Auf der Insel Bornholm in Dänemark fällt der Strom aus. Ein Verdacht steht im Raum: Wurde der Blackout durch Sabotage ausgelöst?

Kopenhagen – Auf der gesamten dänischen Insel Bornholm ist am Montagmorgen (10. Oktober) der Strom ausgefallen. Behördenangaben zufolge wurde das Unterseekabel, das die Insel mit Energie aus Schweden versorgt, gekappt. Unklar ist derzeit, ob es sich um Sabotage handelt.

„Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Grund, über die Ursache zu spekulieren“, teilte der Energieversorger Trefor auf seiner Homepage mit. „Und wir sind dabei zu klären, was für den Stromausfall verantwortlich ist.“ Bornholm ist rund 590 Quadratkilometer groß. Auf der Insel, die südlich von Schweden liegt, leben knapp 40.000 Menschen.

Stromausfall in Dänemark: Blackout am Morgen auf Bornholm

Der begrenzte Blackout ereignete sich kurz vor 8 Uhr morgens, schrieb Trefor. Gegen 10.30 Uhr waren laut dem staatlichen Übertragungsnetzbetreiber Energinet zwei Drittel der Haushalte demnach wieder versorgt, der Rest sollte bis in die Mittagsstunden folgen. Schwedischen und dänischen Medien zufolge wurde ein lokales Kraftwerk ans Netz genommen, um die Versorgung wiederherzustellen.

Insel Bornholm
Auf der Insel Bornholm ist der Strom ausgefallen. (Archivbild) © imago

Die Ursache des Fehlers sei noch unbekannt, man arbeite mit Hochdruck daran, das Problem zu finden, hieß es von der Behörde Energinet, die in Dänemark für den Gesamtbetrieb des Strom- und Gassystems verantwortlich ist.

Beschädigte Nord-Stream-Pipelines liegen bei Bornholm

Brisant ist die Entwicklung vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts und vermuteten russischen Sabotageakten innerhalb Europas. In der Nähe von Bornholm waren Ende September insgesamt vier Unterwasser-Lecks an den beiden Nord-Stream-Pipelines festgestellt worden, aus denen tagelang enorme Mengen an Gas austraten. Nach Behördenangaben haben sich davor mindestens zwei Explosionen unter Wasser ereignet. Die EU und die Nato gehen von Sabotage aus. Der Kreml hatte Spekulationen über eine russische Beteiligung als „dumm und absurd“ zurückgewiesen.

Die Lecks an den Gasleitungen waren von dänischen F-16-Kampfjets entdeckt worden. Sie wurden von Bornholm aus in die Luft geschickt, um das Gebiet zu fotografieren und entdeckten dabei, dass an einem Punkt südöstlich der Insel Blasen aus dem Wasser aufstiegen.

Nach den Explosionen der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee vor zwei Wochen hatten Bundespolizei und Marine eine Ermittlungsmission gestartet. Beamte seien „mit Unterstützung der Marine und dem Bundespolizeischiff „BP 81-Potsdam“ in die Ostsee auf Höhe der Insel Bornholm entsandt worden“, bestätigte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Ein mit Soldaten besetztes Minenjagdboot aus Kiel und ein zivil besetztes Mehrzweckboot aus Eckernförde seien an der Mission beteiligt. (tvd/dpa)

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