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Björn Höcke: Der Thüringer AfD-Landeschef

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Von: Julia Schöneseiffen

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Beim AfD-Parteitag 2022 wird einer neuer Vorstand gewählt. Björn Höcke schließt dabei eine Kandidatur nicht aus. Alle Infos zu Thüringens AfD-Chef.

München - Björn Höcke ist Mitbegründer der AfD Thüringen. Der studierte Gymnasiallehrer wird vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft und gründete 2015 den „Flügel“. Seit 2014 ist Höcke Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Alle Infos zu dem AfD-Politiker Björn Höcke im Überblick.

NameBjörn Höcke
Geburtsdatum und -ort1. April 1972 in Lünen
ParteiAlternative für Deutschland (AfD)
PositionAfD-Landeschef von Thüringen

Björn Höcke (AfD): Kindheit und Studium

Björn Höcke wurde am 1. April 1972 im nordrhein-westfälischen Lünen als zweites von drei Kindern geboren. Gemeinsam mit seinen Schwestern wuchs Höcke in Anhausen in Rheinland-Pfalz auf. Seine Mutter arbeitete als Krankenschwester und Altenpflegerin, während sein Vater als Sonderschullehrer an der Landesblindenschule in Neuwied tätig war.

Björn Höcke absolvierte sein Abitur an einem staatlichen Gymnasium in Neuwied und leistete anschließend seinen Wehrdienst ab. 1992 begann der damals 20-Jährige ein Jura-Studium in Bonn, welches er nach zwei Monaten abbrach. Danach studierte Höcke Sport und Geschichte auf gymnasiales Lehramt und schloss im Jahr 2001 sein zweites Staatsexamen ab. Zwischen 1999 und 2014 war Höcke dann an verschiedenen Schulen tätig.

Björn Höcke bei der Thüringer AfD und Gründung des „Flügels“

Björn Höcke ist eines der Gründungsmitglieder der Thüringer AfD im Jahr 2013. Bereits im August desselben Jahres wurde er Sprecher im Thüringer Landesverband der AfD. Im November 2013 übernahm er zudem die Position des 1. Vorsitzenden im Kreisverband der AfD Nordhausen-Eichsfeld-Mühlhausen.

Der Thüringer „Alternative für Deutschland“ gelang 2014 unter der Führung des Landes- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke der Einzug in den Landtag in Thüringen. Höcke ist zudem der Gründer der AfD-Teilorganisation „Flügel“. In diesem kam es zu einem informellen Zusammenschluss der nationalistisch-rechtsextremen Strömung innerhalb der AfD.

Björn Höcke AfD Politiker Fraaktionsvorsitzender der AfD in Thüringen
Björn Höcke hat die AfD in Thüringen 2013 mitgegründet. (Archivbild) © Jens-Ulrich Koch/dpa

Björn Höcke: Auflösung des „Flügels“

Im April 2020 löste sich der „Flügel“ auf. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte den „Flügel“ im Frühjahr 2020 offiziell unter Beobachtung gestellt. Es handle sich bei der Gruppierung um eine „erwiesen extremistische Bestrebung“, sagte Behördenchef Thomas Haldenwang damals. Seine wichtigsten Vertreter, der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke und der Brandenburger Fraktionschef Andreas Kalbitz, seien „Rechtsextremisten“, erklärte Haldenwang weiter.

Daraufhin verlangte der AfD-Bundesvorstand, dass sich die in der Partei einflussreiche Gruppierung bis zum 30. April auflöst. Infolgedessen riefen Björn Höcke und Andreas Kalbitz die Anhänger des „Flügels“ dazu auf, die Aktivitäten des Netzwerks einzustellen.

Bereits im Januar 2019 hatte der Verfassungsschutz den „Flügel“ als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus eingestuft, ebenso die Nachwuchsorganisation der AfD, die Junge Alternative. Bei einem Verdachtsfall ist der Einsatz von nachrichtendienstlichen Mitteln wie etwa Observation erlaubt. 

Überblick: Die politische Laufbahn von Björn Höcke

AfD-Parteitag 2022: Höcke plädiert für Einzelspitze

Der AfD-Bundesparteitag 2022 findet vom 17. Juni bis 19. Juni im sächsischen Riesa statt. Bei diesem wählt die „Alternative für Deutschland“ einen neuen Vorstand. Bislang sieht die Satzung der AfD eine Doppel- oder Dreierspitze im Bundesvorstand vor. Ein Antrag des Thüringer Partei-Chefs Björn Höcke und vier weiterer Delegierter sieht aber eine Änderung der Satzung vor, so Medienberichte. Demnach sollen dem Bundesvorstand künftig ein oder zwei Bundessprecher angehören. Als Bundessprecher werden in der AfD die Parteivorsitzenden bezeichnet. Beim AfD-Parteitag wird sich nun entscheiden, ob es zu der Satzungsänderung kommt. Hierfür braucht es am Parteitag eine zweidrittel Mehrheit.

Björn Höcke schließt eine Kandidatur für den Vorstand nicht aus, festgelegt habe er sich aber noch nicht. Er könne sich die Kandidatur „selbstverständlich“ vorstellen, erklärte er im Mai auf dem Landesparteitag. Seine Chancen werden allerdings eher als gering eingeschätzt. Unter anderem ist dies darauf zurückzuführen, dass der Bundesverfassungsschutz Björn Höcke als gesichert rechtsextremistisch einstuft. Beim Parteitag könnte Höcke zunächst abwarten, ob sein Antrag durchkommt.

Sollte sein Antrag abgelehnt werden, würden die Chancen für das Duo Alice Weidel und Tino Chrupalla gut stehen. Die beiden leiten bereits gemeinsam die Bundestagsfraktion der AfD. Ob Alice Weidel tatsächlich als Co-Parteichefin antreten wird, ist allerdings wenige Tage vor dem Bundesparteitag unklar.

Björn Höcke: Verheiratet und vier Kinder

Björn Höcke ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau und vier gemeinsamen Kindern im thüringischen Bornhagen, einer Gemeinde im Landkreis Eichsfeld. (jsch)

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