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Kryptowährungen

Passwort vergessen: Riesiges Bitcoin-Vermögen geht flöten

  • Daniel Seeger
    vonDaniel Seeger
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Ohne Passwort kein Geld: Ein Bitcoin-Besitzer aus den USA wäre eigentlich Multimillionär, hat aber den Zugang zu seinen Bitcoins verloren.

  • Der Programmierer Stefan Thomas besitzt Bitcoins im Wert von rund 220 Millionen US-Dollar.
  • Weil Thomas sein Zugangspasswort verloren hat, wird er wohl nie wieder Zugang zu seinem immensen Vermögen erlangen können.
  • Der Kurs der Kryptowährung hatte erst kürzlich sein Allzeithoch erreicht.

San Francisco – Den besonders skurrilen Fall eines verhinderten Multimillionärs schilderte kürzlich die „New York Times“. Der in Deutschland geborene Programmierer Stefan Thomas aus San Francisco besitzt Bitcoins im Wert von rund 220 Millionen US-Dollar. Das Problem: Er hat sein Passwort vergessen, das ihm Zugang zu seinen Bitcoins verschafft. Lediglich zwei Versuche verbleiben Thomas noch, um das richtige Passwort einzugeben. Wenn die scheitern, sind seine insgesamt 7002 Bitcoins verloren.

Bitcon: Ohne Schlüssel keinen Zugriff

Die Bitcoins liegen sicher verschlüsselt in einer sogenannten Wallet, einer Art digitaler Geldbörse. Den Zugangsschlüssel zu dieser Wallet hatte Thomas auf einem speziellen USB-Stick, einem IronKey gespeichert. Das Besondere an diesem Stick ist, dass er die Daten, die sich auf ihm befinden, nur entschlüsselt, wenn der Benutzer das korrekte Passwort eingibt. Nach zehn Fehlversuchen verschlüsselt der Stick die Daten erneut. Damit sind diese unwiederbringlich verloren. Ein ausgereiftes Konzept.

Es könnte alles so einfach sein, doch Stefan Thomas hat den Zettel, auf dem er das Passwort notiert hatte, bereits vor Jahren verloren. Einfach drauflos raten, ist keine gute Strategie. Acht Fehlversuche hat er bereits. Die Passwortkombinationen, die er sonst nutzt, funktionierten nicht.

Bitcoins sind groß in Mode.

Verlust von Bitcoins: Die Geschichte von Stefan Thomas ist kein Einzelfall

Die Geschichte von Stefan Thomas ist kein Einzelfall. Laut dem Cryptowährungs-Unternehmen Chainalysis liegen rund 20 Prozent der insgesamt 18,5 Millionen Bitcoins in verlorenen oder in anderer Form nicht mehr zugänglichen Wallets. Das entspricht beim derzeitigen Kurs einem Wert von rund 140 Milliarden US-Dollar.

Bitcoin-Besitzer, die sich aus ihren Wallets ausgesperrt haben, berichten von endlosen Tagen und Nächten voller Frustration, in denen sie immer wieder darüber nachdenken, wie sie sich Zugang zu ihrer Wallet verschaffen können. Viele dieser Personen besitzen die Bitcoins schon seit etlichen Jahren, nicht selten seit einer Dekade. In dieser Zeit konnte die Währung gewaltige Kursgewinne verzeichnen. Anfangs kostete ein Bitcoin wenige Cent, maximal ein paar Dollar. Am 12. Januar 2021 liegt der Kurs bei mehr als 34.000 US-Dollar. Ihr Allzeithoch erreichte die Kryptowährung am 8. Januar 2021 mit einem Wert von fast 42.000 US-Dollar.

Seinen IronKey, der den Zugangsschlüssel zur Wallet beinhaltet, hat Stefan Thomas in einen vakuumverschweißten Beutel gepackt und so deponiert, dass er ihn möglichst selten zu Gesicht bekommt. „Ich möchte nicht jeden Tag daran erinnert werden, dass ich nur einen Bruchteil von dem besitze, was ich eigentlich haben könnte, aber verloren habe“, sagt er.

Eigenheiten der Bitcoin-Technologie verhindern Wiederherstellung des Zugangs

Die Geschichte von Thomas und vielen anderen Leidensgenossen zeigt die Eigenheiten der Bitcoin-Technologie. Der Zugriff auf ein Bankkonto oder einen Paypal-Account lässt sich zumeist ohne große Umstände wiederherstellen. Diese Passwörter lassen sich in der Regel zurücksetzen. Doch hinter Bitcoin steht kein Unternehmen, das für die Verwaltung der Kundendaten zuständig ist. Jeder ist für die eigene Sicherheit selbst verantwortlich.

Ebenso wie Thomas erging er auch dem 34-jährigen Gabriel Abed. Der Unternehmer aus Barbados hatte den Schlüssel zu seiner Bitcoin-Wallet auf einem privaten Laptop gespeichert. Als ein Freund im Jahr 2011 das Gerät formatierte, war damit auch der Zugang zu seinen rund 800 Bitcoins verloren. Diese würden heute einem Wert von rund 25 Millionen US-Dollar entsprechen. Abed nutzte die Bitcoins damals zum virtuellen Bezahlen. Andere digitale Finanzprodukte, wie Kreditkarten oder ein PayPal-Account, zu erhalten sei in Barbados damals nahezu unmöglich gewesen.

Bitcoin: Zugangsschlüssel zu Wallets können auch bei Dritten gespeichert werden

Einige Bitcoin-Besitzer haben ihre Zugangsschlüssel daher nicht privat gespeichert, sondern bei darauf spezialisierten Unternehmen. Doch auch das ist mit Risiken verbunden. Etliche dieser Firmen hatten in den letzten Jahren mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen.

Bitcoins wurden als Währung entwickelt, die nicht unter der Kontrolle von Unternehmen und Regierungen stehen kann. Das macht die Währung bei Kriminellen beliebt. Aber auch viele unbescholtene Bürger nutzen die Kryptowährung zum anonymen Bezahlen oder sehen den Kauf der virtuellen Währung als hochspekulative Investition. (Daniel Seeger)

Rubriklistenbild: © afp/NICOLAS TUCAT

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