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Kanzlernacht beim neuen TV-Sender der Bild
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Kanzlernacht beim neuen TV-Sender der Bild

Bundestagswahl

„Bild-TV“ verwendet ARD-Material – rechtliche Konsequenzen drohen

  • VonLukas Zigo
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Der neue TV-Sender der Bild bedient sich frei beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nun drohen rechtliche Konsequenzen.

Mainz– Es ist der politisch wichtigste Abend der Bundesrepublik Deutschland. Alle berichten – vom öffentlich-rechtlichen Riesen bis hin zum lokalen Kleinsender – von der Bundestagswahl 2021. Diese Art von Aufmerksamkeit führt bei so manchem nicht etabliertem Sender dazu, sich den festen Größen gegenüber profilieren zu wollen. Darunter auch „Bild TV“, doch denen droht nun Ungemach.

Auf ihrer eigenen Webseite sowie dem Free-TV bewirbt das Boulevardmedium seine Berichterstattung zur Bundestagswahl mit dem Titel „Es geht um Deutschland! Wahl 2021“. Doch erst ab 18 Uhr wird es bei dem neuen Sender des Axel-Springer-Konzerns spannend. Nachdem die Wahllokale geschlossen waren und ARD sowie das ZDF erste Prognosen veröffentlicht hatten, tat das die Bild ebenso.

Mit eigener Senderoptik – Bild bedient sich frei bei ARD und ZDF

Das Veröffentlichen von Prognosen ist am Abend der Bundestagswahl zunächst nicht verwunderlich. Jedoch fiel auf, dass trotz eigener Senderoptik plötzlich Bilder der öffentlich-rechtlichen Sender zu sehen waren. Nutzer:innen der sozialen Netzwerke waren verwundert über die Nutzung des fremden Bildmaterials. Einige stellten die Frage, ob denn die Übernahme fremden Sendematerials rechtens sei und ob der Lizenzinhaber diese genehmigt habe.

Nutzung ohne Genehmigung – ARD: „Wir haben keine Vereinbarung mit der Bild“

Es soll keine Genehmigung durch die ARD gegeben haben, die der Bild die Nutzung des Bildmaterials erlaubt hätte: „Wir haben keine Vereinbarung mit der ‚Bild‘“, sagte ARD-Sprecher Bernhard Möllmann auf Nachfrage von t-online. „Die Übernahme ist ohne Absprache mit uns erfolgt“. Die ARD berate nun, ob rechtlich gegen die Bild vorgegangen werde. „Wir behalten uns vor, das Vorgehen rechtlich zu prüfen“, so Möllmann.

Wie genau sich der Sachverhalt darstellt, ist aktuell unklar. Die Bild hatte nicht nur die Diagramme zu den Ergebnisprognosen, sondern auch ein Interview mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Vollbild gezeigt. Das Vorgehen lässt vor allem deswegen tief blicken, da in der Bild zuletzt mehrfach gegen ARD und ZDF agitiert wurde. Insbesondere seit bekannt ist, dass die Bild selbst mit einem Sender an den Start gehen wird, wurde die angebliche Trägheit sowie Programmgestaltung der Öffentlich-Rechtlichen angeprangert. (Lukas Zigo)

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