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Bienen und Bäume

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Ute Wittich.
Ute Wittich. © Privat

Ute Wittich ist Landschaftsarchitektin aus Frankfurt. Sie weiß, welche Pflanzen gut fürs Klima sind, warum man nicht einfach Samen aus dem Baumarkt verstreuen sollte – und wie sich Anti-Terror-Betonblöcke begründen ließen.

Ich bemühe mich seit Jahren um Pflanzendiversität. Jetzt achte ich noch mehr auf Pflanzen, die für den Klimaschutz geeignet sind. Ich bin ein sehr großer Staudenfan. Wenn man die Stauden am Boden nach dem Pflanzen mit etwas Splitt abdeckt – keine Schottergärten! –, dann hält das die Feuchtigkeit im Boden.

Wir brauchen unbedingt Photovoltaik auf dem Dach, überall. Das lässt sich sehr gut mit Dachgrün verbinden. Es sollte Pflicht werden auf jedem Dach, Solar und Grün, und zwar mit viel Substrat zum Beispiel für Kräuter und Stauden. Das hilft sehr gegen die Erhitzung. Bienenwiesen sind in aller Munde. Aber auch die muss man richtig anlegen. Unbedingt Saaten aus der Umgebung verwenden. Nicht einfach im Baumarkt eine Tüte Samen kaufen und vom Wind verwehen lassen.

Was mir auch am Herzen läge: „grüne Mützchen“. Damit lassen sich die hässlichen Anti-Terror-Betonblöcke begrünen, die seit einiger Zeit die Innenstädte verschandeln. Ich habe alle Ämter angesprochen: Ein vom Schlosser gebautes Gefäß stülpt sich über die Betonblöcke, da kommen 20 bis 30 Zentimeter Substrat rein, eine Drainage wie bei der Dachbepflanzung, dann die geeigneten Pflanzen.

Meine Vorstöße bei den Ämtern dauern viel zu lang, das ist schade. Wir sollten ohnehin die Straßen umwidmen, die Autos aus den Wohngebieten raus. Und Bäume, Bäume, Bäume, Tempolimit, Fassadenbegrünung und Regenwasser auffangen. Alle wären happy.

Aufgezeichnet von Thomas Stillbauer

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