Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

2014 mit Obama an der Air-Force-Basis in Tampa; bald könnte Lloyd Austin Verteidigungsminister sein.
+
2014 mit Obama an der Air-Force-Basis in Tampa; bald könnte Lloyd Austin Verteidigungsminister sein.

Bidens Kabinett

Biden will Lloyd Austin zum US-Verteidigungs-Minister machen

  • vonThomas Spang
    schließen

Der pensionierten Vier-Sterne-General könnte zum ersten schwarzen US-Verteidigungsminister werden.

Im Vorfeld seiner historischen Berufung als erster Schwarzer Verteidigungsminister der USA tat Lloyd Austin, was ihn in seiner Militär-Karriere ausgezeichnet hatte: Er flog unerkannt unter dem Radar der Öffentlichkeit. Als das Politik-Portal „Politico“ zuerst über Joe Bidens Entscheidung berichtete, erwischte die Nachricht nicht wenige Insider auf dem falschen Fuß.

Galt doch als ausgemachte Sache, dass die ehemalige Staatssekretärin im Pentagon Michèle Flournoy als erste Frau in dem Top-Job Geschichte schreiben würde. Die erfahrene Sicherheitspolitikerin genoss breite Rückendeckung im Kongress wie auch innerhalb der Schwarzen Abgeordnetengruppe, die mit ihrer Wahl einverstanden gewesen wären.

Der Name des pensionierten Vier-Sterne-Generals tauchte bei den Spekulationen über das Personaltableau des gewählten Präsidenten dagegen nur unter ferner liefen auf. Dass er Bidens erste Wahl ist, verdankt der 1953 im rassengetrennten Südstaat Alabama zur Welt gekommene Austin neben seiner unbestrittenen Qualifikation für das Amt einer komplexen Gemengelage.

Einerseits besteht bei den afroamerikanischen Führern, die Biden zur Präsidentschafts-Nominierung der Demokraten und in Schlüsselstaaten wie Georgia auch zum Sieg bei den Wahlen am 3. November verhalfen, die Erwartung, mehr Schwarze in Schlüsselpositionen der neuen Regierung zu sehen. Andererseits verlangt der starke progressive Flügel der Demokraten ein Tableau, das Prioritäten der Parteilinken reflektiert.

Den Ausschlag für Austin dürfte aber vor allem sein persönlicher Rapport mit Biden gegeben haben. „Es gibt mit ihm weniger Spannungen“, sagt ein Berater aus dem Umfeld Bidens, der als Vizepräsident Barack Obamas wiederholt mit Flournoy zusammengestoßen war. Zum Beispiel in Irak, wo sie sich zusammen mit dem damaligen Joint Chiefs of Staff Mike Mullen gegen eine Verringerung der Truppen ausgesprochen hatte. Austin, der seinerzeit die US-Streitkräfte in Irak führte, unterstützte Biden. Das war die Zeit, in der die beiden Männer sich persönlich kennen und schätzen lernten.

Vertrauensvolle Beziehung

Sie entwickelten eine vertrauensvolle Beziehung, die nach der Berufung des Absolventen der renommierten „West Point Academy“ 2012 an die Spitze der US-Army und dann als erster Schwarzer Befehlshaber des für den Mittleren Osten zuständigen „Central Command“ für eine Zusammenarbeit ohne große Reibungsverluste führte. Austins militärische Laufbahn begann übrigens in Deutschland, in Würzburg.

Biden schätzt an dem schüchternen General, der in seiner Karriere nur selten vor Kameras trat, dessen Loyalität und Empathie. Austin ist das Gegenteil eines rhetorischen Haudegens, weil er den Preis des Krieges nur zu gut kennt.

Für eine Kontroverse sorgte 2015 sein Auftritt vor dem Senat, als der inzwischen verstorbene Senator John McCain ihm Versagen beim Kampf gegen den „Islamischen Staat“ vorhielt. Kritisch sehen einige Analysten seine Rolle im Aufsichtsrat des Rüstungsherstellers Raytheon, die er 2016 nach seiner Pensionierung übernahm.

Der größte Widerstand gegen seinen Aufstieg an die Spitze des Pentagon hat mit dem Gesetz zu tun, dass Militärs für sieben Jahre von der Übernahme eines Regierungsjobs ausschließt – es sei denn, der Kongress beschließt eine Ausnahme. Das gab es bisher nur zwei Mal in der Geschichte. Jüngst unter Donald Trump. Um als erster Schwarzer Verteidigungsminister der USA Geschichte schreiben zu können, muss Austin vom Senat bestätigt werden.

Bidens langjähriger Berater Jim Golby appellierte am Montag in der „New York Times“ an Biden, nicht ein weiteres Mal die Brandschutzmauer zwischen ziviler und militärischer Führung zu schwächen. Der künftige Verteidigungsminister müsse dem Pentagon helfen, zur Normalität zurückzukehren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare