Biden vor US-Wahl im Aufwind: Umfrage sieht Trumps Vorsprung schwinden
In den Umfragen vor der US-Wahl liegt Donald Trump weiter vor Joe Biden. Doch der Präsident holt auf. Gelingt ihm jetzt die Wende?
Washington, D.C. – Joe Biden hat es derzeit nicht leicht. Die Lage in Nahost macht dem US-Präsidenten schwer zu schaffen. In den USA wächst die Kritik an seiner Gaza-Politik, der Ruf „Genozid-Joe“ hallt immer häufiger durch das Land. Größtes Handicap bleibt aber sein Alter. Einer weiteren Amtszeit des 81-Jährigen steht das Volk bisher eher skeptisch gegenüber.

Bidens Probleme machen sich wenige Monate vor der US-Wahl 2024 auch in den Umfragen bemerkbar. Noch immer liegt Donald Trump in den Erhebungen der Meinungsforschungsinstitute vorne, von einer möglichen Aufholjagd konnte lange keine Rede sein. Dazu waren die Ergebnisse der einzelnen Umfragen zu fest zementiert. Jetzt aber könnte sich das Blatt vielleicht doch endlich wenden.
Biden oder Trump? Top-Analyst veröffentlicht neue Umfrage zur US-Wahl 2024
Seit einiger Zeit mehren sich die Umfragen, die Biden leicht vor Trump sehen. Ist die Wende vielleicht sogar schon da? Ein Blick auf die neueste Umfrage der New York Times und dem Siena College hilft hier eventuell weiter. Wenn es jemanden gibt, dem es gelingt, die Stimmung in den USA einzufangen, dann ist es das Team um den Top-Analysten Nate Cohn. Seine Umfragen gelten als äußerst akkurat und verlässlich.
Das Ergebnis der aktuellen Umfrage fällt für Biden zwiespältig aus. Negativ ist der Umstand, dass er noch immer leicht hinter Trump hinterherhinkt. Landesweit kommt Trump demnach auf 46 Prozent der Stimmen, während Biden sich mit 45 Prozent begnügen muss. Das ist bitter für Biden.
Wo also bleibt das Positive? Nun, die Tendenz spricht für Biden. In der letzten Umfrage vom Februar lag der Präsident noch sehr viel weiter hinter seinem Kontrahenten zurück. Die Zahlen waren so dramatisch, dass selbst das Undenkbare plötzlich denkbar schien. Tatsächlich waren damals Stimmen zu hören, die Biden nahelegten, lieber nicht noch einmal zur Präsidentschaftswahl anzutreten. Der Abstand von fünf Punkten schien uneinholbar.
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| Zeitpunkt | Biden:Trump (in %) |
|---|---|
| April | 45:46 |
| Februar | 43:48 |
(Die Befragung von NY Times/Siena dauerte vom 7. bis 11. April und umfasste insgesamt 1059 registrierte Wahlberechtigte)
Trump in Umfrage vor US-Wahl nur knapp vorne – Biden gewinnt Stammwählerschaft zurück
Vor allem ein Aspekt der Umfrage sticht ins Auge. Bisher hatte Biden überaus große Probleme, seine Stammwählerschaft für sich zu gewinnen. Im Februar erklärten lediglich 85 Prozent der Befragten, die vor vier Jahren für ihn gestimmt hatten, dies auch in diesem Jahr wieder zu tun. In der neuen Umfrage erhöhte sich dieser Anteil immerhin schon mal auf 90 Prozent. Für Biden sind diese Stimmen bei der US-Wahl von enorm großer Bedeutung.
Trotz aller Probleme könnte es also sein, dass der amtierende Präsident rechtzeitig vor der US-Wahl doch noch einmal die Kurve kriegt. Zudem ist noch völlig offen, wie sich Trumps Auftritte vor Gericht auf die Wahl auswirken werden. Der Schweigegeldprozess dürfte einen ersten Anhaltspunkt dafür liefern. Derzeit bleibt nur eins festzuhalten: Der Zweikampf zwischen Biden und Trump bleibt nach den Ergebnissen dieser Umfrage völlig offen. (cs)