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Will am „Super Tuesday“ weiter aufholen: Ex-Vizepräsident Joe Biden in Columbia.

US-Demokraten

Joe Biden holt neuen Schwung

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In South Carolina lässt der Ex-Vizepräsident seine demokratischen Mitbewerber locker zurück.

So befreit und entschlossen hat man Joe Biden lange nicht gesehen. „Ihr alle, die schon einmal über den Haufen gerannt, abgeschrieben und zurückgelassen wurdet: Das ist eure Kampagne“, rief der Ex-Vizepräsident in die Halle: „Wir sind verdammt lebendig!“ Die Menge jubelte.

Joe Biden hat mit seinem Erdrutschsieg bei den Vorwahlen im US-Bundesstaat South Carolina einen vorderen Platz im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zurückerobert und sich von den anderen moderaten Bewerbern klar abgesetzt hat. Nur eine Minute nach Schließung der Wahllokale am Samstagabend erklärten die großen TV-Sender den früheren Obama-Stellvertreter zum Sieger. Am Ende holte er mit 48,4 Prozent der Stimmen fast 30 Prozentpunkte mehr als der Zweitplatzierte Bernie Sanders, der seine Niederlage eingestand.

Der Milliardär Tom Steyer, der mehr als 20 Millionen Dollar in den Wahlkampf in South Carolina investiert hatte, erklärte nach einem enttäuschenden Abschneiden sein Ausscheiden aus dem Rennen. Der pragmatische Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg, die gemäßigt-linke Senatorin Elizabeth Warren und die moderate Senatorin Amy Klobuchar, die jeweils nur einstellige Ergebnisse einfuhren, wollen vorerst weiterkämpfen. Biden hatte South Carolina nach drei enttäuschenden Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada zu seiner „Brandmauer“ erklärt. Er profitierte hier von dem hohen schwarzen Bevölkerungsanteil und langjährigen persönlichen Kontakten zu einflussreichen Politikern und Kirchenleuten.

Mehr als 60 Prozent der Afroamerikaner stimmten laut Nachwahlumfragen für den Vertrauten des ersten schwarzen amerikanischen Präsidenten. „Die Tage von Trumps spalterischer Politik sind bald vorbei!“, verkündete Biden in seiner Dankesrede in der Hauptstadt Columbia. Mit der Bemerkung, er sei ein „lebenslanger Demokrat“, setzte er sich zugleich von dem Multimilliardär Mike Bloomberg ab, der in der kommenden Woche erstmals bei den Vorwahlen antreten will und in der politischen Mitte um Stimmen wirbt. Den linken Senator Sanders, der weiter als Favorit im Kandidatenrennen gilt, kritisierte er ebenfalls indirekt: „Die meisten Amerikaner wollen nicht das Versprechen einer Revolution, sie wollen echte Resultate.“

Nach der Wahl in South Carolina liegt Biden mit insgesamt 51 Delegiertenstimmen knapp hinter Sanders, der bislang 56 Delegiertenmandate gewonnen hat. Doch diese Statistik sagt wenig aus, denn bislang wurde nur in Bundesstaaten mit relativ wenigen Einwohnern abgestimmt. Insgesamt sind 3979 Delegiertenplätze für den Parteikonvent im Juli zu vergeben, und schon am Dienstag wird in 14 Bundesstaaten über rund ein Drittel davon entschieden. Die bisherigen Umfragen sehen Sanders an diesem „Super Tuesday“ klar vorne. Vor allem im bevölkerungsreichen Kalifornien, wo alleine 415 Delegierte nominiert werden, liegt er deutlich in Führung. Für Biden hängt nun alles davon ab, ob er den Rückenwind aus South Carolina nutzen kann, um zumindest in anderen südlichen Staaten wie Alabama oder Virginia zu punkten.

Mit Auftritten in sämtlichen Sonntagsshows der großen US-Sender versuchte der Ex-Vizepräsident am Wochenende, seinen Erfolg zu verstetigen. Allerdings ist die Frist bis zum Dienstag nicht nur extrem kurz. Auch hat Biden deutlich weniger Geld in der Kriegskasse als seine Kontrahenten Sanders und vor allem Bloomberg, der am Dienstag erstmals antritt.

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